Haase-Reisen GmbH


      Familientour mit Camper in Westkanada Sommer 2007


Mit 2 Familien und 3 Kindern im Alter von 9,11 und 12 Jahren machen wir uns Ende Juni Richtung VANCOUVER auf. Abgesehen von der Tatsache dass unsere Kinder nach einer Stunde das erste Mal fragen wann wir denn da seien haben wir Dank mitgenommener Spiele,Gameboys und Bord-TV die 10 Stunden Flug ganz gut überstanden.

Die COASTAL MOUNTAINS sind noch schneebedeckt und Regen !

YVRHafenWM07

 

Per Taxi geht es zum Hotel EMPIRE LANDMARK, einfache Mittelklasse aber gute ,zentrale und recht ruhige Lage am Ende der ROBSON STREET mit Drehrestaurant auf der obersten Etage.

Der Nachmittag wird ziemlich anstrengend aber die Pänz halten gut durch und dank einem ausführlichen Besuch des CANADA-PLACE überleben wir den Nachmittag ohne vorzeitig ins Koma zu fallen. Wir bestaunen die startenden und landenden Wasserflugzeuge und sehen einem großen Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen zu, schauen kurz beim Tanzfest der Indianer vorbei und entdecken Karl Dall im Cafe des FAIRMONT Hotels.

2.Tag Vancouver

Nach einem sehr frühen Frühstück im Drehrestaurant des EMPIRE YVRSteamclockWM07LANDMARKS mit tollem Blick spazieren wir gen GASTOWN, bestaunen die Ozeanriesen am Hafen und lauschen um o9.oo h dem Getute der STEAMCLOCK . In CHINATOWN bekommen die Kinder bei den Fisch- und Fleischauslagen komische Gesichter und wollen nur noch weg !

Die Wohnmobilübernahme bei CANADREAM erfolgt am Nachmittag und unsere Kinder sind happy !

Wie cool - die tollen Betten - die Plätze über der Fahrerkabine ist sofort belegt.

Tausend Fragen auf einmal :" Müssen wir bei der Fahrt angeschnallt sein oder können wir in den Betten liegen?-Können wir bei der Fahrt im Camper rumlaufen und was essen ? Darf ich mal vorne sitzen ? Wann und was gehen wir einkaufen ? Was kochst Du heute abend ......? "

Übernachtet wird auf dem BURNABY CAMPGROUND in einem Vorort von VANCOUVER.

3.Tag Strecke: Vancouver – Victoria - Thetis Lake

Heute geht es Richtung VANCOUVER ISLAND,wir nehmen die Fähre von TSAWASSEN nach SWARTZ BAY.

Zuerst geht es ein Stück über die offene See und dann verläuft die Fahrt durch tausende von kleinen Inselchen, immer ganz nah am Ufer entlang - eine traumhafte Strecke !

Nach ca. 1 ½ Stunden Fährüberfahrt legen wir an und fahren direkt weiter nach VICTORIA – was für eine tolle Stadt ! Wir sehen im Hafen den ersten Otter und Seehunde, flanieren an der Uferpromenade und dem Hafen vorbei, am FAIRMONT EMPIRE EMPRESS HOTEL und den Parlamtensgebäuden entlang ( alles very british ). Victoria

Wir übernachten am THETIS LAKE, der erste Campground Richtung Norden.

Ich glaube es gibt zum ersten ( und nicht zum letzten ) Mal Nudeln mit Tomatensause und wir fangen langsam an uns zu entspannen und zu kapieren dass wir nun wirklich in Kanada sind.

4.Tag Strecke: Thetis Lake- Pacific Rim Nationalpark

Heute geht es Richtung PACIFIC RIM NATIONALPARK. Ab PORT ALBANI wird die Straße dann etwas abenteuerlicher, kurvenreicher und wir lernen mit unseren großen Wohnmobilen schnell dass ein Geschwindigkeitsschild mit „30" auch bedeutet dass man besser vom Gas gehen sollte.

Die Straße führt über die Berge ( immerhin 1500 m Höhe) auf die andere Seite von VANCOUVER ISLAND direkt an den Pazifik. Die schneebedeckten Berge rücken immer näher an uns heran und wir zählen vorsorglich schon mal die wenigen dicken Pullover die wir eingepackt haben.Für die 170 km von NANAIMO bis zum PACIFIC RIM brauchen wir mit einer kurzen Rast 3 ½ Stunden .

Im Visitor Center lauschen wir mit offenem Mund und mulmigem Gefühl den ersten konkreten Bärenwarnungen. PacificRim

Mit richtig viel Glück bekommen wir sogar noch einen Stellplatz auf dem GREENPOINT CAMPGROUND direkt im Nationalpark. Der hat was Märchenhaftes – unsere Kinder meinen es hätte was von Harry Potter . Die Bäume sind mit Flechten übersäht und überall hängen diese Flechten von den Ästen herunter und geben allem ein geheimnisvolles und irgendwie verwunschenes Aussehen.

Der Strand ist übersäht mit Treibholz und riesigen Baumstämmen . Wir klettern auf die Felsen , sehen hunderte von Seesternen in den verschiedensten Farben an den Felsen kleben , andere Felsen sind mit Muscheln übersäht und zwei Tierbeobachter verfolgen mit Fernglas die Seelöwen auf einer vorgelagerten Insel . Wir kaufen auf dem Rückweg unser erstes Feuerholz und hauen die ersten ( auch nicht die letzten) Steaks auf den Grill .

Jedes der Kinder bekommt ein Schnitzmesser geschenkt und von da an wird häufig an allen möglichen Holzstöcken herumgeschnitzt, Rinden abgeschält und Muster hineingeritzt.

5. Tag Pacific Rim Nationalpark

Am späten Vormittag geht es Richtung Norden, immer am Pazifik entlang bis nach TOFINO . Ein kleines verschlafenes Fischernest vor malerischer Kulisse mit schneebedeckten Bergen - der "Schwarm" von Schätzing lässt grüßen.TofinoDas Nest lebt ausschließlich vom Fischfang und den geführten Wal- und Bärbeobachtungstouren die hier in den Sommermonaten angeboten werden.

In einem kleinen Kolonialwarenladen erstehen wir endlich die heißbegehrten Campingstühle , die dringend notwendigen Thermoskannen und für jedes Kind eine Angel. Ab nun werden wir verfolgt von der Frage „Wo und wann können wir das erste Mal angeln ?!". Tofino2

Am Fischerei-Hafen wird schon ein riesiger Heilbutt ausgenommen und zerteilt. Die Kinder sind phasziniert - so was wollen sie auch fangen.....

Wir machen ein kleines Picknick am oberen Teil des LONG BEACH und nachmittags steht der „RAINFOREST-TRAIL" auf der Liste.

Ein ca. 1,5 km langer Rundweg auf Holzbohlen durch den Regenwald – vorbei an riesigen Farnen, von Flechten bewachsenen Bäumen, jahrhundertealten Baumriesen mit unglaublichen Ausmaßen und rauschenden Bächen. Irgendwie wirkt alles in diesem Dämmerlicht recht unwirklich und dschungelartig.

Die Fahrt geht weiter an das südliche Ende des PACIFIC RIM zum WIKANANNISH BEACH – ein von Treibholz wirklich übersähter Strandabschnitt des LONG BEACH. Hier türmen sich auf hunderten von Metern die ausgebleichten, silbrig schimmernden Baumstämme von Jahrhunderten . LongBeach

Wir sehen ein paar Wal-Fontänen aber der dazugehörige Wal lässt sich von Land aus leider nicht ausmachen.

Eine Bären-Beobachtungstour am Abend auf dem Trail Nr. 6 verläuft auch leider erfolglos obwohl hier mehrfach Bären gesehen wurden... nur von uns halt nicht...

Unsere Erfolgsquote des Tages: 2 Nacktschnecken und 1 Hummel

Mittwoch 27.o6. Strecke: Pacific Rim - Port Hardy

Zurück über die Berge VANCOUVER ISLANDS bis ganz in den Norden der Insel ( die immerhin die Ausmaße der Schweiz hat) führt unser Weg. Vislandfluss

Wir biegen kurz in den QUALICUM PROVINCIAL PARK ab, besichtigen hier unsere ersten Wasserfälle die „Upper Falls" und fahren weiter Richtung PARKSVILLE auf den „Inner Island Highway"- eine wirklich gut ausgebaute zweispurige Schnellstraße gen Norden. Wg. zunehmender Ebbe in unserem Benzintank fahren wir vom Highway ab zur Küste runter. Eine traumhaften Küstenstraße – herrliche Sandstrände, malerische Ferienhäuser und jede Menge Campgrounds direkt unten am Wasser.

Ab CAMPBELL RIVER ist dann irgendwie die Welt zu Ende. Die letzten 230 km fahren wir auf einer einsamen Landstraße nur noch durch Wälder, an Seen vorbei und schneebedeckten Bergen. Bär

Der erste Bär !!!! Er grast am Rande des Highway und ehe man den schweren Camper von 100 kmh auf Null hat dauert es ein paar Meter.Der Bär ( schon ein ausgewachsenes Exemplar) überquert ganz in Ruhe zwischen unseren beiden Wohnmobilen die Straße und wir sind alle in heller Aufregung.

Wir sehen die ersten Weißkopfseeadler die direkt über unseren Köpfen dahinfliegen .

PORT HARDY -ein kleines verlassenes Nest, ein Supermarkt der um 6 Uhr abends schließt und ein paar betrunkene Indianer – Ende.

Wir kaufen ein ( schließlich befinden wir uns ab morgen Abend wirklich in der Wildnis) und fahren zum Campground „SUNNY SANCTUARY" – c.a 5 km von der BC Fährstation entfernt.

Die Kinder sind völlig entzückt – hier gibt es jede Menge freilaufende Hasen die sich neben und unter den Wohnwagen tummeln !

Donnerstag 28.o6. Strecke: Port Hardy – Bella Coola

Früh um 7 Aufstehen und (ach wie herrlich) duschen ! Aber leider wieder nur Regen und ein grauer wolkenverhangener Himmel- wie schade für unsere INSIDE-PASSAGE, die angeblich schönste Fährstrecke der Welt ! Inside

Außer uns sind doch ein paar Touristen auf der "QUEEN OF CHILLIWECK" um in diese Einöde zu fahren. Die Fähre geht nur einmal in der Woche direkt und legt die Strecke in gut 12 Stunden zurück.

InsidePassageNach einer kurzen Strecke durch die vorgelagerten Inseln , an einem Leuchtturm vorbei, kreisen über uns mindestens 20 Weißkopfseeadler !Dann fahren wir auf den offenen Pazifischen Ozean, doch das Wasser ist ruhig und wir werden nicht seekrank. Wir sehen ein paar Schwanzflossen aus weiter Entfernung , ein paar Delfine und immer wieder Weißkopfseeadler die hier entlang der Küste Ihre Nester haben. Inside3

Am späten Nachmittag biegen wir dann in den BELLA COOLA Fjord ein und von hier ab umrahmen uns hohe schneebedeckte Berge die bis zum Wasser reichen. Das Panorama ist überwältigend – unerträglich wäre es wohl bei Sonnenschein gewesen....

Am beeindruckendsten ist aber dass wir seit heute morgen kaum menschliche Ansammlungen gesehen haben, keine Straße, kein einziges Auto, alle paar Stunden vielleicht einmal eine verlassenen und halb verfallene Hütte oder ein Leuchtturm, nur Wasser, Wälder, Felsen,manchmal ein Wasserfall in den Berghängen - mehr nicht- und die Gewissheit dass es hier im Umkreis von 500-600 km keinerlei menschliche Zivilisation gibt.

Um kurz vor 7 abends dann die erste wirkliche Wal-Sichtung ! Und dabei sind wir bestimmt schon 30 km vom offenen Meer entfernt mitten in diesem riesigen bis 80 km ins Landesinnere reichenden Fjord.

Wir sehen Buckelwale die sich majestätisch aus den Fluten erheben und ganz nah am Schiff vorbeischwimmen und 3 Orcas die in einer kleinen Gruppe eine Zeit lang dem Schiff folgen.

Um 22. 15 h legt die „QUEEN OF CHILLIWECK" schließlich in BELLA COOLA an und wir müssen uns korrigieren – hier ist das wirkliche Ende der Welt.

600 Kilometer ( auf dem Landweg ) entfernt von jeglicher Zivilisation –sprich größerer menschlicher Siedlung gehen wir an Land und fahren noch ein Stück weiter nach HAGENSBORG zum Campground 
" GNOM´S CAMPING " .

Freitag 29.o6.Strecke: Bella Coola – Clearwater Lake

Wir verstauen alle losen Sachen besonders fürsorglich im Camper – es erwartet uns eine „gravel- road" also Schotter. BellaCoola

Die ersten Kilometer sind noch geteert und wir passieren den Eingang zum TWEEDSMUIR- NATIONALPARK.

Wir sind alle etwas nervös ob des Straßenzustandes der heute folgen soll .

Bei meinen Recherchen von Deutschland aus schwankten die Informationen der Leute die hier schon einmal unterwegs waren von „ nie wieder" bis „ überhaupt kein Problem" ….

Dann folgt ohne weitere Hinweise die Schotterpiste und führt auch direkt aus dem tiefen Tal durch atemberaubende Serpentinen in die Berge.

Von Leitplanken hat man hier noch nichts gehört, die Straße ist auch nicht so breit dass zwei Fahrzeuge ohne weiteres aneinander vorbeikommen. Dafür gibt es spezielle Ausweichbuchten – Straßenverbreiterungen direkt über dem Abgrund. Links die Fellswand, rechts der Abgrund , in der Mitte die Schotterpiste- so schraubt sich der HIGHWAY 20 in kürzester Zeit von Meeresniveau auf 1500 Meter hoch . Uns ist klar- im Zweifelsfall wählen wir lieber die Steilwand als den Abgrund sollte irgendetwas Unvorhergesehenes passieren.

Die Gefühlslagen schwanken bei allen von totaler Panik über Faszination und Abenteuergeist bis hin zur Begeisterung über diese atemberaubende Strecke.

Alle paar Minuten rappelt es in unserem Camper – irgendwo fällt immer irgendetwas – in den Schränken oder vom Hochbett über der Fahrerkabine. Wir gewöhnen uns langsam an die permanente Schepperei – bis schließlich durch die starke Steigung und die Vibration der Schotterstrasse sogar die erste Matratze von oben kommt.…. Piste

Am HACKMANN PASS haben wir das Schlimmste hinter uns ,wir machen einen kurzen Halt weil der Fahrer eines entgegenkommendes Fahrzeuges uns gesagt hat es käme in ca. 10 Minuten ein Truck und den sollten wir lieber hier an der breiteren Stelle abpassen .

Danach ist diese Schotterstraße nur noch schön – sie führt durch menschenleere Wälder mit phantastischen Blicken auf zahlreiche Seen , Sümpfe ,Tümpel ( kein Wunder gibt es hier so viele Mücken) und Täler – immer diese schneebedeckten Berge und Gletscher der COASTAL MOUNTAINS im Hintergrund.

Da es trocken ist lässt sich die Schotterstrasse richtig gut befahren und wir haben unser „off-road" Erlebnis dem wir ja alle entgegengefiebert haben. In ANAHIM LAKE endet die Schotterstrasse und wird wieder asphaltiert.

ClearwaterDer Besitzer des Campgrounds in HAGENSBORG hat uns von einer von Bonnern betriebenen Ranch am CLEARWATER LAKE erzählt ,der „ CLEARWATER LAKE LODGE" die auch ein paar Stellplätze für Wohnmobile hat. Clearwater

Traumplatz – einsam, direkt am See , umgeben von hunderten Kilometern Wildnis und sonst nichts.

Nun kommt die große Stunde der Angler ! Die Kinder werfen ihre Angeln aus – und es vergehen keine 2 Minuten da zieht es auch schon an der ersten Angel.

Bernward und Gisela sind wirklich sehr nett – nach Ankunft gibt es erst einmal guten deutschen Rhabarberkuchen und für abends haben wir – Premiere – Büffelbraten bestellt !

Der Büffel ist sehr lecker, schmeckt eigentlich wie ein zarter Rinderbraten .

Bis Mitternacht sitzen wir mit Bernward und Gisela zusammen und lauschen (mal wieder) Bärengeschichten.

Samstag 3o.o6. Clearwater Lake Lodge

Die Kinder angeln schon vor dem Frühstück.

Kinder und Männer müssen unbedingt die Quads ausprobieren die sie in einem Schuppen entdeckt haben. Die Tour ist wohl ein echtes Abenteuer und alle ClearwaterHkommen staubverkrustet und glücklich nach Stunden wieder .

Abends sind wir wieder in der Lodge und essen Büffelsteaks . Selbst die Kinder trauen sich ohne großes Murren an echte Büffelfrikadellen ( und essen sie mit einem Heißhunger tatsächlich auch auf ).

Wir verbringen wieder einen netten Abend mit vielerlei Verzällchen über Bären und die Besonderheiten eines Lebens hier in der Wildnis.

Auf dem Rückweg zu den Campern bleiben wir eng beieinander – hat Bernward doch erst letzte Woche einen sehr zudringlichen Bären hier an der Lodge erschießen müssen….

Sonntag o1.o7.Strecke: Clearwater Lake - Williams Lake

Heute heißt es schweren Herzens Abschied nehmen - die Kinder wollen alle zum Jobben zu Bernward und Gisela wiederkommen wenn sie groß sind....

Es folgen 300 km Fahrt auf einsamer Straße, immer nur Wälder und Seen – außer ein paar Rehen und der ein oder anderen Indianer-Ansiedlung gibt es hier nichts ( leider auch keine Bären ).

Heute ist CANADA DAY , der Nationalfeiertag der Kanadier und unser Ziel ist Williams Lake wo heute das größte Rodeo in ganz British Columbia stattfindet. WilliamsLake

WilliamsLakeRodeo mit Bullen und Broncos , dem Fangen von Kälbern, viel kanadischem Nationalstolz ,selbstverständlich mit Singen der Hymne und jeder Menge Fahnen die von netten Damen auf Pferden präsentiert werden - muß man einfach gesehen haben ! Eine ganz tolle authentische Veranstaltung !

Wir übernachten am Mc Leese Lake – ein wunderschöner, einsamer und großzügiger Campground – irgendwo kurz vor Quesnel.

Montag o2.o7. Strecke: irgendwo vor Quesnel – Barkerville

Unser Jogger kommt etwas bleich vom Joggen und hat einen Bären gesehen – von heute an geht er morgens nicht mehr joggen….

Ab Quesnel fahren wir 80 km eine kleine Landstraße bis nach Barkerville - mit Bärensichtung am Straßenrand !

Gegen 14 h kommen wir in Wells an und richten uns bei „Cariboo Joy" auf dem Campground ein .

Wir fahren weiter nach Barkerville – ein Historic Site . Man hat dieses alte Goldgräbernest so gelassen wie es vor mehr als hundert Jahren war und mit ein paar Menschen bevölkert die dort auch in den Original Trachten rumlaufen . Die Kinder dürfen Goldwaschen – und finden in ihren Schüsseln auch ein paar Nuggets die sie stolz mit nach Hause nehmen dürfen.Wir sehen uns eine „Vorstellung" am Wasserrad zum Goldwaschen an und es ist einmal ganz interessant zu sehen wie hier vor über hundert Jahren gehaust und gelebt wurde.


BarkervilleBarkverville2













Dienstag o3.o7. Strecke: Barkerville – Jasper

Früh morgens geht es los - wir liegen alle noch in den warmen Betten als unsere Männer unangekündigt die Motoren anschmeißen.Ich mache mich daran während der Fahrt wenigstens einen Kaffee zu kochen – was sich als gar nicht so einfach bei den Schlaglöchern , den Elchen auf der Straße und der kurvigen Strecke erweist.

Wir fahren den ganzen Vormittag, kommen auf den Yellowhead Highway / Transcanada Highway ( der auch wieder nur eine billige Landstraße ist ) und sind Mittags gegen 2 Uhr im Glacier Nationalpark.

Nach einem kurzen Stop in Jasper bezüglich Auffüllung unserer Alkohol-Vorräte geht es auf den Campground „ Whistler" wo uns schon eine Elchkuh auf unserem Platz erwartet. Jasper

Es kommen noch ganze Heerscharen von Elchmüttern mit ihren Kindern an unserem Stellplatz vorbei und wir sind schon etwas cooler geworden. Sie sind zwar nicht zutraulich aber recht interessiert und lassen sich auch von unseren Kindern überhaupt nicht aus der Ruhe bringen und kommen tatsächlich bis auf 1-2 Meter an unseren Picknick-Tisch ran - bei den Ausmaßen der Tiere kann einem da schon etwas mulmig werden.

Es herrscht absolute Bärenwarnung ! ( Mittlerweile hoffen wir sogar mal auf einen Bären ) . Aber es kommt auch heute Nacht keiner.Der geplante spätabendliche Gang zum Duschen wird mangels Beleuchtung und wg. Bärenwarnung nach 100 Metern abgesagt.

Mittwoch o4.o7. Jasper Nationalpark MedicineLake

Vor dem Frühstück ein kilometerlanger Weg zu den superekeligen Duschen ( ca. 8 Duschen für 700 Stellplätze ) . Aber wir haben gelernt dass man besser immer duschen sollte wenn man die Gelegenheit dazu hat.

Um 11 Uhr ist Abfahrt nach Jasper. Es folgt ein Bummel durch dieses kleine ,verträumte Städtchen mit malerischer Bergkulisse.

Stop am Maligne Canyon und kleiner Rundmarsch entlang des tiefen Canyons den der Maligne River in vielen Jahrtausenden hinterlassen hat. Am Maligne Lake angekommen offenbart sich uns eine traumhafte Kulisse und wir sitzen eine Stunde nur am Seeufer und lassen das Panorama auf uns wirken.

MaligneLakeDann geht es zurück zu unserem verträumten Campground Snaring River am Gletscher-Bach.

Leider wieder totaler Mückenalarm – langsam spitzt sich die Lage zu. Der Campground wäre ohne Mücken ein echter Geheimtip – wild romantisch direkt am türkisgrünen, eisig schimmernden Fluß – ohne Bewirtschaftung mit reichlich Feuerholz zur Selbstversorgung.

Wir hauen die größten und besten Steaks unseres Lebens auf den Grill und sitzen bis spät ums Lagerfeuer und trinken und quatschen und vergessen völlig die Zeit. Irgendwann nerven auch die Mücken nicht mehr....

Donnerstag o5.o7. Strecke: Jasper – Waterfalls Lake

In Jasper beginnt der Icefield Parkway – und er wird zu recht als eine der schönsten Straßen der Welt bezeichnet. SnaringRiver

Zu Begin der Tour steht die Besichtigung der Athabasca Falls und eine etwas kürzer geratene Besichtigung der nicht ganz so spektakulären Sunwapta Falls ( bald können wir keine Wasserfälle mehr sehen…).

Die Aussichten sind gigantisch, immer wieder ein neues Panorama mit Gletschern, Eisfeldern, schneebedeckten Bergen und Flüssen. Wir machen unzählige Fotostops und sind von dieser Landschaft einfach überwältigt – und das Wetter spielt endlich einmal mit – es ist ein Traumtag – blauer Himmel und ab und zu ein paar malerische Schäfchenwolken.

IcefieldParkwayAm Columbia Icefield bzw. dem Athabasca Gletscher wird ein größerer Stop eingelegt und wir wollen zum Eisfeld hoch laufen – allerdings etwas fahrlässig in Crocks und Sandalen . Wir laufen hunderte von Metern auf kargem Fells den der sich zurückziehende Gletscher in den letzten Jahrzehnten hinterlassen hat. An den Seiten des Tales ziehen sich auf ca. 100 Meter Höhe die Muränen entlang und man bekommt eine Vorstellung davon welche gigantischen Ausmaße dieser Gletscher hier einmal gehabt hat. Alle paar Meter steht ein Hinweisschild mit einer Jahreszahl die besagt an welcher Stelle der Gletscher zu welchem Jahr geendet hat. IcefieldP2

Unser heutiges Etappenziel ist der Waterfowl Lake der sich plötzlich in tiefstem türkisblau vor uns auftut. Hier gibt es einen nicht bewirtschafteten Campingplatz der ganz malerisch zwischen Gletscherbach und See liegt – und tatsächlich KEINE Mücken !

Es ist warm und die Sonne scheint und unsere mutigen Männer und Kinder gehen tatsächlich bei geschätzten 6 Grad Wassertemperatur schwimmen, wir kühlen nur unsere von Mückenstichen geschwollenen Beine - aber es hilft!

Unser Kühlschrank geht kaputt und wir müssen ein bißchen improvisieren.

Freitag o6.o7. Strecke: Waterfowl Lake – Lake Louise

Morgens wieder nur Katzenwäsche . Dafür gibt es aber ein traumhaftes improvisiertes Frühstück direkt am See auf den Picknick-Tischen.

WaterfallsLakeDas erste Highlight ist der Peyto Lake wo wir zum ersten Mal Horden von Japanern treffen . Nach einem kurzen Aufstieg liegt der Peyto Lake plötzlich völlig unvermittelt vor uns. Es ist ein atemberaubender Blick auf diese fast unwirkliche Farbe des Sees umgeben von Gletschern und völlig unberührten Wäldern und Steilhängen . Peyto

Das nächste Highlight folgt umgehend – der Bow Lake – ähnlich verblüffende Farben aber direkt am Icefield Parkway mit der malerischen Num Ti Yah Lodge in rotem Holz nebenan – Fotomotive wo man nur hinschaut.

Unser Ziel ist der Lake Louise Trailer Campground.

Wir lassen ein Wohnmobil stehen und fahren zum Lake Louise hoch – Kulturschock !

Wir gehen mit hunderten von Touristen – wieder in erster Linie Japanern zusammen zum Lake Louise runter.

Klar – Postkarten – Motiv !! Malerisch, romantisch, fast unwirklich schön – wäre da nicht die Strandpromenade auf der es zugeht wie in Köln auf der Hohe Straße an einem verkaufsoffenen Samstag.

Wir nehmen das teuerste Kanu unseres Lebens ( 40 $ die Stunde pro Kanu ) und fahren auf den Lake Louise hinaus und ich besichtige aus beruflichen Gründen das Chateau Lake Louise- welch eine gigantische Lage ! LakeLouise

Wir fahren ins Village ( ist kaum den Namen wert ) und gehen in einem typischen amerikanischen Familien-Restaurant essen und anschließend ein bisschen einkaufen.

Mein Mann hat eher erfolglos versucht – nach telefonischer Anweisung – den Kühlschrank zu reparieren - aber jetzt läuft er wenigstens wenn wir am Strom hängen !

Samstag o7.o7. Strecke: Lake Louise – Banff

Wir nehmen die wildromantische Landstraße nach Banff und nicht den ab hier richtig zweispurig ausgebauten Highway und zockeln so durch die Landschaft zum Tunnel Mountain Village Campground bei Banff- sehr funktionell und ohne wirkliche Atmosphäre. Landstrasse

Im Städtchen Banff erübrigt sich jedes Foto da ganz Banff eine einzige große Baustelle ist – es wird eine neue Kanalisation verlegt und die wohl sonst wunderschöne und beschauliche Hauptstraße versinkt im Dreck und Baustellen-Absperrungen.Aber endlich gehen wir mal ausführlich bummeln und shoppen und treffen einen echten Mounty der Royal Canadian Mounted Police.

Sonntag o8.o7. Strecke: Banff – Calgary

Direkt nach dem Frühstück geht es los Richtung Calgary.

Eine kleine Besichtigung des Fairmont Banff Springs muß ich aus beruflichen Gründen doch einlegen - very scotish here ! Die Angestellten tragen tatsächlich Kilts und alles ist schon ziemlich schick und gediegen!

CamperwaschenWir ergattern die letzten Stellplätze auf dem Calaway Campground - es ist halt Stampede !!! - und alles bereits seit Wochen ausgebucht.

Dann geht es ans Wohnmobil-Waschen ! Es gibt extra Truck -Waschboxen und das Ganze gestaltet sich ziemlich nass- macht aber auch ziemlich Spaß – und unsere Camper haben es bitter nötig.

Jetzt wird gepackt und aussortiert.Alles was noch zu verwerten ist wandert auf unseren Picknick-Tisch vor dem Camper- hier finden sich dann übrig gebliebene Nudelpackungen neben Klopapier-Rollen, Salz, Pfeffer, Zucker und Kaffee, Feuerholz und Weinflaschen ,unsere Klappstühle und der Grill, die kaum benutzten Angeln der Kids und .... Die Kinder fangen an auf dem Campingplatz rumzulaufen und das Zeug zu verschenken .

Montag o9.o7. Calgary Stampede

Bevor wir aufbrechen müssen wir noch die Tanks alle entleeren ( ist richtig teuer wenn man das Wohnmobil mit vollem Fäkalientank abgibt ) und den Frischwasser-Tank auffüllen.

Gegen 8 Uhr fahren wir mal wieder im strömenden Regen quer durch Calgary zur Camper-Rückgabe von Canadream.

Wir informieren sie über den kaputten Kühlschrank und die Übergabe klappt reibungslos, man hat hier nicht den Eindruck dass es penibel zugeht.

Dann per Taxi ins Hotel Sandman Downtown *** die Ausstattung ist echt klasse, die Lage zentral - sehr empfehlenswert und vergleichsweise preiswert.

Nachmittags geht es mit der Bahn direkt zum Stampede Gelände. Stampede

Dort angekommen erwartet uns eine Überraschung . Pützchensmarkt auf kanadisch !!! Ein Fahrgeschäft reiht sich an das  nächste. Riesenkarussels ,Riesenrutschen und Achterbahnen,flankiert von jeder Menge Fressbuden und Getränkeständen und dazu gesalzene Preise. Wir Großen sind entsetzt, die Kinder absolut begeistert. Indianerzelte

Zuerst gehen wir ins Indian Village und bestaunen die bunt bemalten Wigwams der Indianer-Stämme.

Um 8 Uhr geht dann endlich die Show los – zuerst , wie es sich gehört mit der kanadischen Nationalhymne, dem dazugehörigen Helikopter der die überdimensionale Fahne einfliegt und ein paar warmen Worten der Offiziellen.

Es folgt das „Chuckwagen-Race" , das Planwagen-Rennen und dann - die Grandstand Show !

Amerikanische Abendshow in Perfektion !Es wird die Geschichte der Stampede von Anfang des letzten Jahrhunderts bis heute aufgeführt , mit 300 Akteuren, Sängern, Schauspielern,Tänzern ,echten Indianer-Häuptlingen, ganzen Blasorchestern, einer atemberaubenden Motorrad-Stuntshow und immer wieder Feuerwerk . Grandstand

Es ist einfach gigantisch, die Müdigkeit und Langeweile ist wie weggeflogen und um kurz vor 12 Uhr erheben wir uns von unseren Sitzen und folgen den Massen zum Ausgang –völlig gefangen von der Atmosphäre und den überwältigenden Eindrücken der letzten Stunden.



YYC




Dienstag 1o.o7. Rückflug 

Nach Bummeln in der Fußgängerzone und Shoppen geht es per Taxi zum Flughafen und nach Hause.