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  • Antje Moecke

Atlantik-Kanada, PEI & New Brunswick

Aktualisiert: 12. Juli 2019


Victoria by the Sea, Prince Edward Island

Informationsreise Atlantik-Kanada mit Prince Edward Island und New Brunswick

23.o9.

Von einer langen Anreise

Flug mit Condor von Frankfurt nach Halifax.

Ankunft am späten Nachmittag und wir machen uns mit dem Bus auf den langen Weg nach Prince Edward Island. Prince Edward Island, für die Kenner nur kurz PEI – „Pii Ii AI“ genannt empfängt uns im Dunkeln. Gegen 22.oo h dann endlich Ankunft in Charlottetown und Check-in im Hotel „The Great George“. Ein echter Hotel-Tipp !

Das Hotel erstreckt sich über ein ganzes Carre und besteht aus mehreren alten Wohnhäusern – alte Häuserzeilen erhaltend. Die Zimmer sind, je nach Haus sehr unterschiedlich und geschmackvoll eingerichtet und begeistern uns alle sehr.

24.o9.

Von einem Picknick im Park und einer alten Dame

Auf Prince Edward Island gehen die Uhren etwas anders– man könnte auch sagen sie gehen beträchtlich nach…. Alles gaanz easy und entspannt. Und damit wir erst einmal richtig runterkommen haben wir den Vormittag frei. Wir nutzen ihn, um das kleine verträumte Städtchen Charlottetown auf eigene Faust zu erkunden. Wir schlendern durch die baumbestandenen Alleen, bestaunen die bunten und gepflegten Holzhäuser und die zahlreichen steinernen Kirchen die hier an jeder Ecke zu finden sind.

Um ½ 12 h treffen wir dann unseren Guide Craig am Hotel und es geht mit dem Bus Richtung „Cavendish Grove“ im PEI National Park. Dort gibt es heute ein öffentliches „Picnic in the Park“.

Will heißen, man errichtet ein riesiges Zelt mitten auf einer großen Wiese mitten im Wald, bestellt ein paar Starköche von der Insel und lässt sie ihre Lieblingsgerichte kochen.

Gegen Zahlung von $42,- bekommt man am Eingang ein Tablett, Besteck und eine Serviette und kann dort nach Herzenslust schlemmen. Von Mutters Kartoffelauflauf bis zu Austern gibt es hier alles was die örtliche Küche so zu bieten hat.

Danach steht die Besichtigung von „Green Gables House“ auf dem Plan. Die Geschichten von Anne of Green Gables, geschrieben von der kanadischen Autorin Lucy Maud Montgomery Anfang des letzten Jahrhunderts haben in Kanada ungefähr den gleichen Stellenwert wie bei uns die Geschichten von Astrid Lindgren oder der Augsburger Puppenkiste. Allerdings drängt sich der Eindruck auf dass der Großteil der Besucher von Montgomery´s Wohnhauses auch ein ähnliches Alter hat…

Der anschließende Besuch des kleines Örtchens North Rustico Harbour versinkt im wabernden Nebel und dem tristen Mittelgrau eines verhangenen Tages und der Funke will so gar nicht auf uns überspringen.

Ein exzellentes Abendessen im „Brickhouse“ in Charlottetown entschädigt uns mit ausgezeichneter Küche und einer wirklich coolen Atmosphäre in einem alten Backstein-Gemäuer.



25.o9.

Von endlosen Sandstränden und dem Lobster

„Not before 9“. Diese Losung hat unser Guide Craig gestern Abend ausgegeben. Und er hält sich konsequent daran– gaanz entspannt geht es um kurz nach 9 mit dem Bus quer über die Insel in den Norden nach Greenwich im PEI Nationalpark. Hier erwartet uns bereits der Ranger und nach einem Besuch des Visitorcenters machen wir uns auf zu dieser einzigartigen, unter Naturschutz stehenden Dünenlandschaft.

PEI hat sich nun entschlossen uns sein anderes Gesicht zu zeigen – der Nebel verzieht sich und ein strahlend schöner Tag bricht an.

Wir wandern über einen langen Holzsteg der über eine Moor- und Wasserlandschaft führt direkt zum kilometerlangen Sandstrand. Können uns gar nicht satt sehen und kurz entschlossen wird das Tagesprogramm umgekrempelt und wir laufen kilometerweit den ganzen Sandstrand ab.

Empfangen werden wir dann gegen Mittag von einem fürstlichen Picknick in einer alten Scheune und wir sitzen davor auf den Picknick-Tischen bei strahlendem Sonnenschein, der ein oder anderen Tasse Wein und genießen dieses wundervolle andere Gesicht von PEI.

Zurück führt uns Craig am besten Golfresort der Insel, dem Rodd Crowbush Golf & Beach Resort vorbei nach Covehead Harbour wo uns unser erster Leuchtturm erwartet und wieder ein Bilderbuch-Strand. Hier wird sogar Ende September gebadet!

Zurück in Charlottetown steht heute Abend unser erstes großes Lobster-Essen auf dem Programm. In einem Lobster-Restaurant direkt am Hafen werden wir dann vom sehr gut aufgelegten Kellner erst einmal in die Geheimnisse des Lobster-Essens eingeweiht. Er führt uns Schritt für Schritt vor wie hier- ohne Besteck oder andere Hilfsmittel- der Lobster fachgerecht zerlegt und gegessen wird. Mancher schaudert ein bisschen ob der krachenden Geräusche aber die meisten überwinden sich und probieren das gerade Gelernte in der Praxis.

Danach gehen wir noch bei unglaublichen 20 Grad Außentemperatur im Städtchen flanieren und sitzen draußen in einer Bar und genießen dieses sommerliche Ambiente auf PEI.



26.o9.

Softeis, Käse und wieder Lobster

Heute heißt es langsam aber sicher Abschied nehmen von dieser wunderschönen, relaxten Insel Prince Edward Island. Wir besichtigen noch die „Cows Cremery“ – eine kanadische Kultfabrik für Softeis und Käse und das Dörfchen „ Victoria-by-the-sea“ wo die Zeit komplett stehen geblieben zu sein scheint. Verträumte Sträßchen, bunte Holzhäuser, grüne saftige Gärten und Blumenwiesen wohin das Auge schaut.

Dann geht es über die 12,9 km lange Confederation Bridge zurück aufs Festland. ( Achtung – Maut muss nur bezahlt werden wenn man PEI verlässt – ca. $ 43,- ) Flott geht es Richtung Hopewell Rocks in New Brunswick – denn die Ebbe wartet nicht.

Dort angekommen weiht uns ein Ranger der Hopewell Rocks in die Geheimnisse von Ebbe und Flut ein die hier an der Bay of Fundy mit einem Tidenhub von mehr als 12 m so ausgeprägt sind wie nirgendwo sonst auf diesem Planeten.

Es ist Ebbe und das ablaufende Wasser hat riesige Schlick-Landschaften hinterlassen so weit das Auge reicht. Wir wandern zum Grund des Ozeans hinab und bestaunen die hohen Felsen die in 6 Stunden schon wieder komplett überflutet sein werden. Am späten Nachmittag geht es dann nach Moncton wo wir im Delta Beausejour einchecken.

Wenig später geht es allerdings schon weiter Richtung Shediak von wo wir heute Abend eine Lobster-Cruise mit Shediac Bay Cruises unternehmen.

Die Lobster-Cruise ist weniger vornehm, dafür um so unterhaltsamer. Wir sitzen in einem großen Fischkutter der innen mit Bänken und Tischen ausgebaut ist. Beim Ablegen geht filmreif die Sonne unter und wir schippern auf die Bay hinaus. Unser Lobster-Kapitän erzählt uns einiges über Lobster, ihr Vorkommen, ihre Lebensweise und den Fang und unter großem Gejohle und tatkräftiger Mithilfe einiger Gäste wird die erste Reuse an Bord gehieft. In der Reuse krabbeln tatsächlich mehrere Hummer und Krebse. Er erklärt anschaulich den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Hummern und es ist herrlich unterhaltsam wie er, nun ein bisschen abgewandelt zum gestrigen Abend, filmreif vorführt wie genau man nun den Lobster mit den Fingern zu zerteilen und zu essen hat. Es schmeckt allen einfach köstlich auch wenn die Knackerei der Schalentiere doch für manchen eine persönliche Herausforderung ist.



27.o9.

Von Leuchttürmen und Wanderwegen

Nach einem guten Frühstück und einer kurzen Besichtigung des mehrfach küchentechnisch ausgezeichneten „The Windjammer“ Restaurants im Delta Moncton Hotel geht es zurück an die Küste der Bay of Fundy.

Unser erstes Ziel nach vielen Kilometern kleiner kurvenreicher Strässchen heißt Cape Enrage und ist ein wunderschöner Aussichtspunkt über die gesamte Küste und die Bay of Fundy ( diesmal bei Flut).

Selbstverständlich steht auch hier ein schöner alter Leuchtturm und man kann „Zip-Lining“ und Felsenklettern. Wir machen eine kurze Führung durch das ganze Areal und essen ausgezeichnet im dortigen „ Cape House Restaurant“ ( ein echter Tipp!) .

Weiter geht die Fahrt mit kurzem Stopp in Alma ( kleines Fischernest mit malerischem Hafen) durch den Fundy Nationalpark weiter nach St. Martins wo der Fundy Trail beginnt. Der Fundy Trail ist ein 16 km langer Wanderweg entlang der Küste der atemberaubende Ausblicke auf die Bay of Fundy bietet und über Steilklippen und am Wassersaum entlang führt. Es gibt auch eine asphaltierte Straße die parallel verläuft und auf der man je nach gusto Aussichtspunkte anfahren oder nur eine Teilstrecke des Trails wandern kann.

Da es schon recht spät ist fahren wir mit unserem Bus ein paar Aussichtspunkte ab und genießen die wechselnden Aussichten auf diesen naturbelassenen Küstenabschnitt.

Weiter geht es Richtung Saint John wo wir heute direkt am Hafen im Hilton Hotel untergebracht sind.

Zu Abend essen wir bei deutschen Auswanderern im „Opera Bistro“ und es schmeckt wieder ausgezeichnet. Die kanadische Küche hier im Osten ist recht französisch angehaucht und bei moderaten Preisen auf wirklich ausgezeichnetem Niveau.


28.o9.

Von Walen und Schottenröcken

Heute geht es früh los denn wir müssen um ½ 10 in St.Andrews-by-the-Sea sein um unser Wale Watching Boot zu erreichen.

Ein bißchen mulmig ist uns schon als wir, alle in dicke orange Overalls gepackt, bei strahlendem Sonnenschein und kaltem Wind auf diesen kleinen Zodiac steigen. Wir fahren quer über die ganze Bay of Fundy Richtung Nova Scotia und da sind sie auch schon : 3-4 ausgewachsene Finnwale tummeln sich im planktonreichen Wasser der Bay. Es ist einfach gigantisch und verschlägt uns allen die Sprache. Majestätisch erheben sie sich aus den Fluten und stoßen diese charakteristische Fontaine aus bevor diese bald 20 m langen Wale majestätisch wieder ins Wasser tauchen. Manche schwimmen ganz nah an unserem kleinen Zodiac vorbei und manch einem stockt der Atem dabei.

Leider sehen wir sonst keine anderen Wale aber immer wieder einige Finnwale und auf dem Rückweg noch Seehunde.


Völlig durchgefroren aber enthusiastisch geht es zurück nach St.Andrews-by-the-sea wo wir gegen 1 Uhr wieder festen Boden unter den Füßen haben. Es folgt ein ausgezeichnetes Lunch im Harbourfront Restaurant wo wir auf einer windgeschützten Terrasse in der Mittagssonne langsam wieder warm werden.

Danach haben wir Freizeit und bummeln durch dieses beschauliche kleine Städtchen bevor wir uns zum Fairmont Algonquin Resort aufmachen was uns heute beherbergt.

Dieser altehrwürdige Kasten hat ein unglaublich schottisches Flair und liegt malerisch auf einem Hügel oberhalb von St.Andrews. Sogar der Concierge trägt mit Würde Schottenrock!

Um 17 h geht es nach Ministers Island, einer vorgelagerten Insel die über einen Damm nur bei Ebbe zu erreichen ist. Hier hat in den 1890´er Jahren Sir William Van Horne, ein Direktor der Canadian Pacific Railroads, einen Sommersitz gebaut. Leider ist die Anlage in keinem sehr guten Zustand und teilweise recht baufällig aber das örtliche Denkmal-Team versucht mit allen Mitteln es vor dem Verfall zu retten. Unser Aufenthalt hier darf auch nicht zu lange dauern da sonst die Flut kommt und wir nicht mehr über den Damm zum Festland fahren können.

Zurück im Fairmont Algonquin Resort machen wir uns gerade für das Abendessen fertig als Dudelsack-Klänge aus dem Park erklingen.

Dort marschiert tatsächlich ein schottenrock-tragender und dudelsack-spielender Kanadier über den Rasen und spielt zum Dinner auf…. Es folgt ein sehr schickes Dinner in der Rotunde des Fairmont Algonquin Resort.


29.09.

Von einem märchenhaften Garten und deutschen Bierkennern

Nach dem ausgezeichneten Fairmont-Frühstück geht es in den nahe gelegenen „Kingsbrae Garden“. Dieser Schaugarten ist wunderschön mitten in St.Andrews gelegen und wir machen eine ausführliche Besichtigungstour bei wieder sonnigem Wetter, für Garten- und Blumenfans ein echtes „Must“!

Weiter geht es nach „Kings Landing“ kurz vor Fredericton.

Kings Landing ist eine historische Siedlung und hier sind alte Häuser aus den letzten Jahrhunderten wieder aufgebaut worden die einem Staudamm-Projekt weichen mussten. Wirklich interessant macht es hier aber die Tatsache dass alle Häuser bewohnt sind und die Mitarbeiter von Kings Landing in alten Kostümen herumlaufen und täglich einen „alten“ Beruf ausüben. Wir besichtigen die Werkstatt eines Schmiedes, des Fassmachers und schauen Frauen beim Wolle spinnen zu. Wir essen ein aus eigenem Anbau stammenden und nach alten Rezepten hergestelltes Mittagessen und bestaunen eine clevere Sägemaschine mit 1 Pferdestärke. Kings Landing ist wirklich unterhaltsam und nicht nur für Familien mit Kindern einen Besuch wert.

Auf dem Weg nach Fredericton machen wir noch einen kurzen Stopp im Mactaquac Provincial Park wo uns ein Ranger zu den Bieberdämmen führt und uns einiges auf sehr unterhaltsame Weise über die Bieber erzählt. Leider sehen wir aber keinen bei der Arbeit.

Nach dem Check-in im Crowne Plaza Hotel in Fredericton haben wir ein wenig Zeit um uns frisch zu machen. Es folgt ein kurzer Besuch bei Picaroons – einer bekannten kanadischen Brauerei die allerlei merkwürdige Biersorten vertreiben. Auf unser Urteil – als deutsche Bierkenner – wird hier sehr viel Wert gelegt und es gibt eine Menge zu probieren.

Danach gibt es ein, wieder ausgezeichnetes, Dinner im Garrison Ale House wo gleichzeitig eine Charity-Veranstaltung für „Breath-Cancer“ also Brustkrebs läuft. Alle Teilnehmer, überwiegend junge Mädels und Frauen , haben sich ziemlich aufgebrezelt und laufen mit dieser typischen rosa Schleife am Revers durch die Gegend.


30.09.

Von Salvadore Dali und einem vielseitigen Piloten


Morgens um 9 geht es los in die benachbarte Beaverbrook Art Gallery. Wie viele kanadische Museen ist auch dieses wirklich einen Besuch wert. Alleine über das riesige Star-Exponat der Sammlung - „Santiago El Grande“ von Salvadore Dali referiert unser Guide fast eine Stunde lang und lässt uns vor dem Gemälde auf dem Museumsboden liegen um eine ganz neue, interessante und andere Perspektive auf dieses Gemälde zu bekommen.

Es folgt ein Spaziergang entlang des St. John River zum Lighthouse on the Green und irgendwo liegt ein Penner auf einer Parkbank. Der entpuppt sich dann beim näher kommen als unser Guide für die Stadtführung und hat wahrlich schauspielerische Fähigkeiten.

Wir besuchen die University of Fredericton und die ehrwürdige Christ Church Cathedral wo die Organistin von unserem Guide genötigt wird mal richtig in die Tasten zu hausen– sehr ergreifend!

Mittagessen gibt es etwas ungewöhnlich in der „Ingrid Mueller Art Gallery“ und wir speisen etwas heruntergekühlt zwischen allerlei modernen Exponaten mal wieder ausgesprochen gut.

Es folgt die ausführliche Besichtigung des alten Government House das wirklich eine sehr adelige und vornehme Atmosphäre versprüht- schließlich ist es der Sitz der Vertretung des britischen Empire – und Kate und William waren auch nach ihrer Hochzeit dort zu Besuch gewesen.

Zum Abschluss folgt noch unsere erste und einzige Side-Inspektion im Delta Fredericton Hotel. Dieses schöne Resorthotel liegt etwas außerhalb, wunderschön ruhig direkt am St. John River und wir werden sehr nett empfangen , herumgeführt und bewirtet.

Transfer zum Flughafen Moncton wo wir unseren Anschlussflug nach Halifax erreichen müssen.

Es steht noch gar kein Flugzeug auf dem Rollfeld und wir vermuten eine Verspätung als unser Flug aufgerufen wird. Aber womit sollen wir nach Halifax fliegen? Doch nicht etwa mit dieser kleinen Propeller-Maschine die da als Einziges auf dem Rollfeld steht? Und genauso kommt es!

Der Copilot ist gleichzeitig Steward und begrüßt uns etwas unwirsch weil wir so viel Gepäck dabei haben „ She´s a bit heavy in the back“ meint er als er die vielen Koffer sieht! Dieser Flug wird ein echtes Abenteuer. Jeder hat einen Fensterplatz ( es gibt nur je einen Sitz neben dem Mittelgang) und wir fliegen auch gar nicht hoch. So kann man prima auf die Landschaft und die Bay of Fundy schauen und wir sind alle nach anfänglicher Skepsis mehr als begeistert über diesen halbstündigen Flug nach Halifax wo unsere Condor-Maschine schon wartet um uns leider wieder nach Hause zu bringen.



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