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  • Antje Moecke

Camper-Familien-Tour im Westen der USA

Aktualisiert: 11. Juli 2019


Motorhomes

Mit 4 Familien & 4 Wohnmobilen quer durch den Westen der USA

18.07. Frankfurt- Las Vegas

Von Mexikanern, bescheuerten Amerikanern und einer Höllenhitze

Auf dem Flug mit Condor von Frankfurt nach Las Vegas üben wir uns schon mal im Erstellen einer Einkaufsliste um morgen beim großen Lebensmitteleinkauf vorbereitet zu sein.

Es ist schwer warm hier „ja, wir haben 48 Grad – wäre ein bisschen warm heute…. !“ sagt eine nette Dame am Flughafen zu uns und organisiert uns dann einen Transfer zum Hotel Circus Circus wo uns im Foyer schon eine riesige Schlange vor den Check-in Schaltern erwartet. Irgendwie scheinen alle anderen Hotelgäste aus Mexico mit Kind und Kegel angereist zu sein. Entsprechend ist auf jeden Fall der Geräuschpegel.

Der Weg zu den Zimmern ist schon eine Herausforderung, zuerst geht es durch den „Vergnügungsbereich“ des Circus Circus (nein wir möchten jetzt gerade keine Wassermassage und ja wir sind aus Germany möchten gerade aber kein T-Shirt kaufen) dann geht es durchs Casino, mit ohrenbetäubender Geräuschkulisse voll Klingeltönen, Gepiepse und Geratter, danach zum Lift und hunderte Meter Gänge entlang bis zum Zimmer.

Diese entpuppen sich entgegen der bisherigen Erwartungen bei einem Zimmerpreis von EUR 30,- als groß und sehr ordentlich. NUR NICHT HINLEGEN ! Also nur kurz unter die Dusche und zurück ins Foyer.

Um aus diesem Hotel-Labyrinth aber nach draußen zu gelangen müssen wir erst einmal einen gefühlten Kilometer durch die Casino-Hallen (Geräuschpegel s.o.) zurücklegen um uns dann in der 48 C. heißen Sonne der Mojave-Wüste grillen zu lassen. Jemand aus unserer Gruppe meint herausgefunden zu haben dass wir am günstigsten mit der Monorail vom benachbarten Hotel an den Strip gelangen.


Der Fußmarsch zur Monorail-Station entpuppt sich dann als ein kleiner Vorgeschmack auf eine mögliche Wüstendurchquerung und alle kämpfen nicht nur gegen die aufkommende Müdigkeit Durst und die irre Hitze sondern auch gegen seine Vorstellung von „nah am Hotel“. Wir hangeln uns von einem Schattenfleckchen zum nächsten, die Füße nähern sich bereits nach kurzer Zeit dem Begriff „well done“ und das Hirnwasser scheint schon zu brodeln. Irgendwann kommen wir dann tatsächlich an der Monorail-Station an, berappen stolze $5,- pro Person und fahren gefühlte 1 ½ Minuten bis zum Strip. Überdachte Fußgängerwege mit zerstäubtem Wasser aus der Decke halten die Temperatur im erträglichen Sauna-Bereich.


Vegas- eine Ansammlung der absurdesten Hotelgebilde mitten in einer menschenunwürdigen Landschaft.

Flucht in die „Fashion Show Mall“ und erster Kontakt mit amerikanischem Fastfood.

Wir schauen uns die berühmte, aber eher dürftige Piraten- Show im Hotel Treasure Island an bevor auch wir im „Venetian“ endgültig von der totalen Geistlosigkeit der Amerikaner überzeugt sind.

Auf Kanälen werden dicke Amerikaner von singenden Gondolieren mit „O sole mio“ durch die Gegend gefahren, die Geschäfte der Shopping-Mall gruppieren sich um den Markusplatz, die Rialto Brücke und die Campanile. Für $7,- (vgl. Monorail-Preis !) fahren wir dann in Ermangelung weiterer körperlicher Kräfte zurück zum Hotel und fallen gegen 9 h totmüde ins Bett.

19.07. Strecke : Las Vegas –Beatty- Bishop ca. 480 Km

Von außerirdischen Örtchen und der Erlösung

o6.3o h Treffen im Foyer. Mit einer fetten schwarzen Stretch-Limo, 14 Personen mit Gepäck und abgedunkelten Scheiben geht es zum Hotel Excalibur wo wir um o7.oo h von Moturis/Best RV abgeholt werden. Bei Moturis/Best RV stehen sie dann: unsere vier, fast nagelneuen Pracht-Exemplare von Wohnmobilen! Gegen 10 h endlich alle Utensilien verstaut, Walkie-Talkies verteilt und bei schon wieder unerträglichen Temperaturen geht es los. Der erste Einkaufsmarathon startet direkt am nahe gelegenen Walmart und gegen 13 h sind wir dann endlich on the road.


Highway 95 Richtung Norden - quer durch die Mojave-Wüste und wir kämpfen mit Temperaturen um die 50 C. Aus der anfangs noch 4-spurigen Autobahn wird schnell eine kleine einspurigen Landstraße und der Gegenverkehr tendiert langsam gegen Null.

Rechts die Area 51 „Nellis Air Force Test Site“ und das einzige sich bewegende Objekt ist eine unbemannte Drohne der Army die länger parallel zur Straße fliegt und uns offensichtlich sehr genau unter die Lupe nimmt.

Rechts der Abzweig zum Death Valley – für uns RV´ler verboten - aber wo soll denn da temperaturmäßig noch eine Steigerung möglich sein?

Dann Beatty, der Dreh- und Angelpunkt unserer vorherigen Überlegungen wg. Stopp und Übernachtung - Campgrounds wurden gegoogelt, Etappenlängen berechnet und tagelang überlegt- sollten wir weiterfahren denn die nächsten menschlichen Ansiedlungen sind erst wieder in 3-4 Stunden Fahrzeit zu finden?

Melde über Funk „Hier ist Beatty!“. Ein Freund bekommt den ersten und Minuten dauernden Lachanfall – dieses verschlafene, gottverlassene, einsame Nest mitten in der Mojave- Wüste hat seine Daseinsberechtigung lediglich durch eine Tankstelle und ein Casino! Sämtliche Diskussionen ob wir weiterfahren oder nicht haben sich in Sekundenschnelle erledigt! Ziel ist klar- weiterfahren bis wir aus der Wüste raus sind und die Temperaturen erträglicher werden- und wenn das Tage dauert.


Dann biegen wir irgendwann links ab und auf einem „Sträßchen“ geht es ins Gebirge (gar kein Gegenverkehr mehr für die nächsten 3 Stunden). Die Landschaft verändert sich schlagartig- zuerst die mannshohen Joshua-Tree Kakteen dann folgen sogar Kiefernwälder, die Straße schlängelt sich in die Berge, bietet atemberaubende Ausblicke auf die entfernt liegende Sierra Nevada mit ihren hohen, teilweise noch schneebedeckten Bergen, saftigen grünen Tälern, engen Pässen und abenteuerlichen Haarnadelkurven. Für unsere frischgebackenen Wohnmobil-Fahrer schon eine kleine Herausforderung.


Kurzer Stopp am „Gilbert Summit“ auf plötzlich über 2500 m Höhe und das erste Mal seit unserer Ankunft in Nevada das Gefühl Temperaturen vorzufinden die zumindest für einen Mitteleuropäer erträglich sind. Abends um 7 dann Ankunft in Bishop „Brown´s Town Campground“- sehr idyllisch unter hohen Pappeln direkt neben einem Golfplatz. Im Hintergrund schon vereinzelt schneebedeckte Gipfel des Yosemite – echtes Kontrastprogramm zu heute Mittag!


20.07. Route: Bishop - June Lake – Mono Lake - Tioga Pass–Yosemite 110 km

Von kleinen Badefreuden und großen Enttäuschungen

Morgens kühl – draußen frühstücken und in Ermangelung verfügbarer Coins auch noch kalt duschen.

Kurzer Tankstop in Bishop – die Kids wollen unbedingt Schwimmen gehen.

Der vergebliche Versuch am Lake Crowley bringt uns aber den Super-Tipp „June Lake“ – ein herrlicher Badesee in malerischer Gebirgslandschaft, kühles Wasser, kleiner Sandstrand und ein großer Stein von dem aus man hervorragend ins Wasser springen kann. Könnten alle auch hier bleiben....

Weiter Richtung Mono Lake und ich habe noch die faszinierenden Bilder einer Mondlandschaft im Kopf von meiner Reise vor 23 Jahren.


Am Visitor Center folgt die totale Ernüchterung. Keine Mondlandschaft mehr - man hat Ende der 1990er Jahre begonnen den See wieder aufzufüllen und heute ist der Wasserspiegel um gute 20 m höher –die außerirdisch anmutenden Skulpturen sind in den Fluten versunken !

Große Enttäuschung und im Verlauf der Tour immer wieder Anlass für Frozeleien über Highlights die es nicht mehr gibt ….

Weiter Richtung Yosemite Nationalpark- wir erstehen am Parkeingang unseren Nationalpark- Jahrespass und kämpfen uns den Tioga Pass auf über 3000 m hoch. Hochgebirgspanorama in den Tuolumne Meadows - einzelne Schneefelder, bunte Blumenwiesen, Granitfelsen mit einzelnen Bäumen und leider kein Platz mehr für 4 Camper im Tualomne Meadows Campground nachmittags um 4 h….. Wir müssen weiter. Wir checken den Porcupine Flat Campground (voll), den White Wolves Campground (auch voll) und den Crane Flat (ebenso voll).

Hier gibt’s aber vom Ranger den Tipp „Diamond O“. Wieder raus aus dem Yosemite und auf der Evergreen-Road, einer Schotterpiste quasi hintenherum wieder hineinfahren in den Park Richtung Hetch Hetchy.

Herrlich ruhig gelegen in einem großen Kiefernwald, zwar ohne jegliche Facilities außer einem Plumpsklo aber eigentlich genau das was wir gesucht haben. Wir buchen direkt für 2 Nächte. Die Kids gehen im nahe gelegenen Bach schwimmen.

Das $6 teure Feuerholz entpuppt sich als Fiasko – nass und frisch und Qualm wie in der Räucherkammer. Also wird mit dem Rest Holzkohle ein neues Feuer entzündet und Steaks und Würstchen auf den Grill gehauen.

Fazit: Entweder früh am Campground sein, 8 Monate vorher reservieren oder einfach Glück haben.


21.o7. Yosemite Nationalpark

Vom Stau im Paradies und Rennfahrern im Dunkeln

Eine richtig kalte Nacht und alle haben hervorragend geschlafen.

Gegen 10 h machen wir uns mit nur 2 Campern auf. Nach kaum 20 Minuten Fahrzeit stehen wir schon im ersten Stau – Straßensperrung wg. Verkehrsunfall!

Der nächste Stau folgt direkt am Abzweig zum Yosemite Village. Kämpfen uns durch zahlreiche Baustellen den Weg zum Glacier Point hinauf und werden mit einem grandiosen Rundumblick auf das Yosemite Valley und den Half Dome belohnt. Kids stellen ersten Kontakt zu den Squirrels her.


Es herrscht irre viel Verkehr und wir bekommen langsam einen Eindruck davon was es heißt dass sich im Sommer täglich zehntausende den Weg in den Yosemite bahnen… aber die Landschaft entstammt wirklich dem Bilderbuch !

Kurzer Stopp an den Bridalvail-Falls und die Kids klettern über die riesigen Basaltsteine bis fast unter die Fälle.

Im Valley angekommen ist mal wieder Badezeit. Die Mutigsten von uns stürzen sich in die kalten reißenden Fluten des Flusses und lassen sich von der starken Strömung treiben.

Spaziergang ins Village , an den Lower-Falls vorbei bis zur Yosemite Lodge wo wir kurz zum Souvenir-Shop abschweifen. Für den Rückweg nehmen wir den Nationalpark Bus und gehen Pizza essen. Klar haben wir uns alle viel zu viel bestellt und die „Medium“ Pizzen werden von keinem einzigen geschafft. Nein und mitnehmen möchten wir die kalten Reste auch nicht…Unsere Rückfahrt zu unserem Campground erfolgt nun schon im Dunkeln- dafür aber auch bei nahezu keinem Verkehr.

22.o7. Route : Yosemite Valley – San Francisco ca. 360 KM

Von vielen Hügeln und fahrerischen Höchstleistungen

Die Nacht wird wieder erholsam kalt und der ein oder andere berichtet von einem ziemlichen Lärm in der Nacht. Ergebnis ist eine große umgekippte Mülltonne direkt neben unseren Campern – es darf spekuliert werden welches große Tier dies geschafft hat….

Gegen 9.00 h machen wir uns auf gen San Francisco. Wir verlassen den Yosemite Nationalpark und machen gegen 11 h kurz halt in Oakdale, tanken, shoppen und Bankgeschäfte.


Die Straße verlässt nun das Gebirge und windet sich in Haarnadelkurven auf die Küste zu.

Zuerst durchqueren wir steppenähnliche Gegenden und dann folgen große Obstanbaugebiete – Oleanderbüsche und allerlei südländisches Gewächs zeugt vom ewig währenden Frühling in Kalifornien.

Wir fahren einen kleinen Umweg um die Bay um über die Golden Gate Bridge nach San Francisco zu fahren.

Der Abstecher zum Hendrik Point („No RV´s“ – aber wer kann schon englisch…) findet ein jähes Ende an einer Baustelle und wir können leider nicht bis zum hochgelegenen Aussichtspunkt fahren.

Der Blick von weiter unten ist aber schon sehr viel versprechend wenn auch der aufkommende Nebel uns die schöne Aussicht ein bisschen verdirbt.


Über die Golden Gate Bridge und auf der San Francisco Seite ein ausführlicher Photostopp.

Unser Navi funktioniert auch wieder einigermaßen gut- hier im Großstadtgetümmel doch recht sinnvoll – und möchte dass wir rechts abbiegen. Unvermittelt finden wir uns mit unseren 4 großen Wohnmobilen vor einem der vielen berüchtigten Hügel von San Francisco. „Hier sollen wir hochfahren? Das schaffen wir nie mit den 4 Campern!“ sagt frau…. Mann denkt da ganz anders. Und so erleben wir auch schon mit unseren schweren Fahrzeugen die „Straßen von San Francisco“ live! An jeder Querstraße müssen wir an den steilsten Abschnitten anhalten um die Querstraßen einsehen zu können und unsere 4 Ungetüme quälen sich hüpfenderweise den Hügel hoch – oben angekommen geht es auf der anderen Seite ähnlich steil wieder nach unten – was für eine Fahrt!

Nach dieser abenteuerlichen Fahrt quer über sämtliche Hügel kommen wir doch irgendwann an unseren Campground „Candlestick RV“ (in einer nicht mehr ganz so guten Wohngegend direkt gegenüber des alten 49 er Stadions) an.

Der Campground ist auf jeden Fall in chinesischer Hand- aber im Shop gibt es Schwarzbrot! (Germans love that). Er ist mit Stacheldraht umgeben und ein nicht sehr vertrauenswürdiger Posten kontrolliert (…) die ankommenden Besucher.

Wir richten uns ein (nein idyllisch ist es hier nicht- eigentlich nur ein großer Parkplatz – aber mittlerweile wissen wir auch gute sanitäre Einrichtungen zu schätzen) und unter großem Hallo wird das erste Mal ein „Full Hook Up“ gemacht. Es wird mit Abwasser-Schläuchen gekämpft, versucht den richtigen Anschluss für das Frischwasser zu finden, das Kabel für die Stromversorgung gesucht und der ein oder andere freut sich diebisch als er dicke Klumpen durch den Abwasser-Schlauch im Kanal verschwinden sieht…das heißt dann „Blackwater“.

Gegen ½ 7 h geht es mit 3 Taxen zum Fisherman´s Wharf – dem ehemals alten Hafengebiet von San Francisco – heute eine perfekte Touristenmeile.

Ein bisschen shoppen und bummeln am Pier 39 und entlang der gesamten alten Hafenanlagen, Zauberer führen ihre Kunststücke vor, Penner und Obdachlose fristen ihr Dasein. Unser Bärenhunger wird auch durch die vielen Fischbuden nicht besser… und was soll ich sagen - Mc Donalds…

Unsere Jugend ist der Meinung wenn man schon mal in USA ist/isst müsste man auch landestypisch essen…

Um ein Taxi für die Rückfahrt zu ergattern müssen wir uns in einer langen Schlange am Pier 39 anstellen und werden familienweise zum Campground zurückchauffiert – mit sehr unterschiedlichen, auf jeden Fall multikulturellen Begegnungen ( chinesische, ukrainische und nepalesische Fahrer mit sehr unterschiedlichem Fahrkönnen….. ).


23.o7. San Francisco

Von Cable Cars, Hügeln und Betrunkenen

Herrlich – heiße saubere Duschen morgens!

Am Union Square geht unsere Sightseeing Tour los.

Die Endstation der Cable Car ist hoffnungslos überfüllt und wir laufen zwei Stationen den Berg hoch und können hier problemlos auf die nächste Cable Car aufspringen die vorbeikommt. Unser erster Weg führt auf der „Powell Hyde Line“ mit der Cable Car ( $5,- pro Fahrt ) bis zum Nob Hill. Die Kids hängen draußen dran und finden das Ganze unglaublich cool.

Nob Hill – mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Stadtteile, vornehmen Hotels und alte Patrizierhäuser, die Kirche Notre Dame (sieht auch aus wie das Original) und das berühmte Fairmont Hotel – eine wirklich feine Gegend. Zu Fuß laufen wir zum Russian Hill und bestaunen das Treiben auf der Lombard Street.

Wir treffen uns am Drachentor- dem Eingang von Chinatown.

Es wird ein bisschen geshoppt, preiswerte T-Shirts und Sweatshirts, Flaggen und sonstigen Kleinkram – selbstverständlich mit dem Ambiente eines Pekinger Nachtmarktes.

Später gibt dann am Union Square ein recht alkoholisierter Zeitgenosse ein Ständchen nach dem anderen zum besten – erst als er die Nationalhymne verunglimpft greifen die Sheriffs ein.

Ein Penner fordert eine kleine Spende- auf seinem Schild hat er geschrieben:„ Need cash for alcohol research“!


Am Westin St. Francis stellen wir uns mal wieder in die Taxi-Schlange ( $1 Tipp für den Concierge der das Taxi heranwinkt ) und fahren zurück zum Campground. Es gibt Nudeln und ist wieder sehr kalt und stürmisch was einen Aufenthalt im Freien nicht gemütlich macht.

24.o7. Strecke: San Francisco – Marina ca. 190 km

Von See-Elefanten und Kunstsprüngen

Um 10 h ist Abfahrt und der „Waber“ begleitet uns. Der Nebel des Pazifik steigt auf und wälzt sich über die Hügel ins Landesinnere – hat schon ein bisschen was von „The Fog“. Wir fahren ab Pacifica den Higway Nr. 1 immer am Pazifik entlang gen Süden – doch das Wetter ist schlecht, es ist bedeckt und sehr nebelig.


Der Himmel reißt ein bisschen auf und wir stoppen am Ana Nueva State Park. Wegen Schlangen-Warnung erst mal festes Schuhwerk an und es folgt ein strammer Marsch entlang der Steilküste zu den See-Elefanten. Man hört sie schon von weitem. Die See-Elefanten - riesige, träge Tiere liegen dann tatsächlich unübersehbar entlang des Strandes und lassen sich gar nicht stören – leider dürfen wir aber nicht sehr nahe an sie heran da alles von einem Ranger überwacht und kontrolliert wird. Aber die Sonne scheint wenigstens ( ich glaube es waren die einzigen 2 Stunden Sonne an diesem Tag ).

Weiter über Santa Cruz, das Wetter wird wieder schlechter und mal wieder Stau. Gegen 15.3o h Ankunft im Marina Dunes Campground.


Die erste Wäsche wird gewaschen und die Kids machen sich auf Richtung Pazifik. Dort gibt es riesige, meterhohe Sandklippen – ausgezeichnet zum „Kunstspringen“ – haben ne Menge Spaß. Dann muss unbedingt noch der Pazifik getestet werden – Wassertemperatur bei 16 Grad, hohe Wellen, starke Strömung und akute Hai-Warnung! Das hält doch unsere Jungs nicht auf!

Bei den Geiern am Strand gibt es tote Robbe zum Abendessen- bei uns Hotdogs und Kartoffeln aus einem gusseisernen Ofen. Fleece Pullover und Jacken kommen zum Einsatz- ist nicht ganz unser Wetter….

25.o7. Strecke : Monterey –Pismo Beach- Morro Bay ca. 220 km

Von Seelöwen, Steinwalen und Konsumtempeln


Bedeckt und kalt heute morgen- 9 h Abfahrt nach Monterey. Geparkt wird kurz vor Fisherman´s Wharf. Die Seehunde belagern zu hunderten den ganzen Hafen, die Piers und auch die kleineren Boote -ein Riesen-Spektakel!

Im Hafenbecken gibt es große Quallen, Seesterne hängen an den alten Holzdalben und wir sehen sogar den ein oder anderen Rochen.

Die Möwen verteidigen ihre Nester gegen einen armen Angler, der versucht sie und die Seehunde von seinem Ruderboot zu vertreiben.

Wir schlendern über die recht touristische Pier und sind völlig verzückt über dieses Naturschauspiel was sich uns hier bietet.

Wir fahren den mautpflichtigen 17-Miles-Drive nach Carmel und kommen an feudalen Villen, unzähligen Golfclubs und dem legendären Pebble Beach vorbei. Allerdings sind die für normal Sterbliche zugänglichen Aussichtspunkte tatsächlich mit Stacheldraht nach allen Seiten abgeschottet und überall finden sich die Hinweisschilder- „For Members only“ „ for golfers only“

„ no public“ etc.. Irgendwie drängt sich hier das Gefühl auf, man darf zwar – gegen cash versteht sich – hier durchfahren, aber man ist eindeutig Mensch 2.Klasse und stört eher.

Das Wetter spielt auch nicht wirklich mit und verbirgt die landschaftlichen Schönheiten dieses Küstenabschnittes erfolgreich. Obligatorischer Halt an der weltberühmten Zeder die einsam seit Jahrhunderten auf einem Felsen thront.

Weiter auf dem Highway Nr. 1 gen Süden. Er verläuft hier direkt an der Steilküste und ist eine kleine Landstraße mit sensationellen Ausblicken auf den Pazifik. Unerträglich wäre es wohl bei Sonnenschein gewesen.


Haarnadelkurven und spektakuläre Brücken wechseln sich ab und bei einer max. Fahrgeschwindigkeit von 30 Meilen pro Stunde kommen wir nicht wirklich schnell vorwärts. Unterwegs sehen wir von der Steilküste aus Wale im offenen Meer. Für die 80 Meilen „Hochgebirgsfahrerei“ benötigen wir bald 3 Stunden. Dann führt der Highway Nr.1 wieder von der Steilküste hinab in etwas ebenere Gegenden.

Zwischen Ragged Point und San Simeon wieder eine große See-Elefanten Kolonie. Diesmal aber kann man die Tiere tatsächlich aus nächster Nähe sehen.

Sie wabern ( ein sehr vielseitiges Wort ) vom Wasser auf den Strand und waren sie eben noch schnell, kraftvoll und beweglich mühen sie auf dem Strand ihre 2 Tonnen zu einem genehmen Liegeplatz um sich mit den Flossen mit Sand zu bedecken und ein Nickerchen zu halten.

San Simeon und Cambria sind lediglich eine Ansammlung von ein paar Hotels und Restaurants, mitten im Nichts der Steilküste.

Shopping-Alarm in Pismo Beach im Factory Outlet ( Five Cities ). Alles was das Herz begehrt - Nike, Lewis, Tommy Hilfiger etc… und mit vollen Tüten geht es zurück zum Camper. Leider wieder 80 km zurück zu unserm Campground nach Morro Bay fahren und Ankunft erst in der Dämmerung.

Am Eingang hängt für uns ein großes Schild wo unsere Stellplätze eingezeichnet sind mit der Bitte das Geld in einen Briefumschlag im Postkasten zu deponieren.

26.o7. Strecke : Morro Bay – Los Angeles ca. 310 km

Von Parkplatznöten, Stars und dem Pazifik

Bei Nieselregen in ganz ekligen Duschen geduscht und auf dem Weg nach Los Angeles tatsächlich das erste Mal den Scheibenwischer benutzt.

Die Nebelschwaden hängen tief in den Bergen und von Sonne ist weit und breit nichts zu sehen.

Wir fahren nach Hollywood, unser Navi funktioniert dank ausgefeilter Reparatur wieder einwandfrei.

Für die richtige Benutzung eines Parkplatzes in der Region Hollywood muss man allerdings ein Diplom gemacht haben. Da gibt es Einschränkungen montags von 16-17 Uhr, dienstags von 10-11 Uhr, mittwochs von 15-18 Uhr, donnerstags….


Also Hollywood : Walk of Fame (Sterne), Man´s Chinese Theatre (Hand- und Fußabdrücke) und das Kodak-Theatre (Oskar-Verleihungen).

Die großen Namen der Filmbranche, die hier verewigt sind beeindrucken nicht nur unsere Kinder.

Der Sunset-Boulevard ist ein wirklich großer und schön angelegter Boulevard mit vielen Filmplakaten und schon einem gewissen Flair.

Im Hollywood Visitor Center erklimmen wir einen Aussichtspunkt und können ganz entfernt in den Hügeln das berühmt Hollywood-Schild erkennen. Das Wichtigste haben wir also gesehen…. Wir fahren zurück über Beverly Hills (breite palmengesäumte Boulevards mit feudalen Prachtbauten) und in Santa Monica treffen wir wieder auf den Pazifik.


In Malibu angekommen haben wir unseren Campground mit Traumlage. Direkt oberhalb der Landstraße und des Pazifik liegt er am Steilhang und hat einen wirklich tollen Blick auf das Meer.

Das obligatorische Bad im Pazifik darf bei den Kids natürlich nicht fehlen- aber der Wind ist recht kalt und es ist immer noch diesig so dass die Sonne nicht wirklich wärmen kann.

Um unser Budget zu schonen haben wir nicht die Meerblick- Sites (90$) gebucht sondern uns mit dem Bergblick begnügt (nur $65) und so wird abends umringt von grünen Kacheln im Schwimmbad –Ambiente gegrillt.

Wenn man aber 5 Meter weiter geht hat man einen atemberaubenden Blick auf den Pazifik. Und Promis haben hier auch ihre Wohnwagen stehen, erzählt man uns.

27.o7. Strecke : Malibu- Los Angeles- Grand Canyon ca. 855 km

Von Frauen am Steuer und der größten Grube der Welt

Morgens um 6 starten wir – die meisten liegen noch in ihren Betten und werden durch die Gegend geschuckelt – nur die Herren sitzen tapfer am Steuer.

Außer Highway- Erlebnis gibt es heute nicht viel. Wir fahren wieder südlich von Las Vegas durch die Mojave-Wüste und die Temperaturen werden auch umgehend wieder ähnlich ….

Nach dem ersten Tankstop und einem Coffee schwingen sich dann mal die Mädels hinters Steuer – womit mancher Mann doch erheblich Probleme hat. Das Ganze fährt sich eher wie ein großer Kartoffelsack und vor allem am Berg mit eingeschalteter Speed Control wenn der Motor runterschaltet und aufjault gibt es offensichtlich noch etwas Verbesserungsbedarf beim fahrerischen Können.

In Tusayan lassen wir beim Heliport unseren Heliflug für morgen rückbestätigen.

Gegen 16.3o h Ankunft am Grand Canyon South Rim. Wir unternehmen einen kurzen Spaziergang und ich bekomme tatsächlich eine Gänsehaut als ich nach 27 Jahren wieder an diesem riesigen Loch stehe und sich mein Blick in der Größe dieses Canyons verliert. Schießen die ersten von fünfhundert weiteren Bildern vom Grand Canyon.


Die Sonne blinzelt noch ein bisschen durch die Wolken aber am Horizont braut sich schon etwas zusammen. Der Mather Campground liegt mitten im Wald – und - wie gut dass unsere Stellplätze reserviert sind …!

Wir trinken unser obligatorisches Einlaufbier und sitzen wie üblich in der Gegend herum und lassen es uns gut gehen bis ein riesiger Regenguss alle in die Camper treibt und alles unter Wasser setzt. Wir haben jetzt einen „Vorteich“. In Ermangelung anderer Möglichkeiten kocht jeder in seinem Womo – wahrscheinlich mal wieder Nudeln mit irgendwas….

Die Temperaturen sind angenehm kühl um die 20 C.

Fazit: Bei Regen gibt es Nudeln.

28.o7. Grand Canyon South Rim

Von Helicoptern, Starwars und viel Regen

Gegen 10 h machen wir uns zu Fuß zur Busstation auf.

Nach 2 vergeblichen Versuchen mit 14 Leuten einen Shuttlebus zum Rim zu bekommen gehen wir doch zu Fuß. Bereits auf dem Weg holt uns schon das Donnergrollen ein und pünktlich im Village beginnt mal wieder der Regen. Wir erhaschen nur einen sehr verschleierten und dunstigen Blick in den Grand Canyon und canceln unsere kleine Wanderung den Angel Trail hinab wg. Regen.

Wegen fehlender Alternativen fahren wir nach Richtung Tusayan und gehen ins IMAX Theatre. Mittlerweile regnet es in Strömen. Bisher sind heute alle Heliflüge ersatzlos gestrichen wg. Unwetter. Kaum am Heliport angekommen beruhigt sich das Wetter und ab 16 h starten die Helis wieder! Super – man muss auch mal Glück haben!


Wir stehen alle am Zaun schauen den ersten startenden Helis zu. Dann sind wir an der Reihe und bekommen unseren Heli zugewiesen.

Wir bekommen Kopfhörer auf mittels denen man sich verständigen sollte ( was bei uns allerdings nicht wirklich funktioniert ).

Zuerst fliegen wir 5 Minuten über Kiefernwälder bis wir am Rim ankommen und dann unter Klängen von Starwars aus den Kopfhörern schweben wir in diesen riesigen Canyon ein. Wir überfliegen ihn komplett in seiner gesamten Breite und dann auf einer anderen Route zurück. Unsere Gruppe hat noch das beste Wetter und erblickt sogar ein paar Sonnenstrahlen über dem Canyon. Doch dann zieht wieder ein Unwetter auf, der Himmel ist schwarz und die Blitze zucken über den Himmel. Die ersten Regenschauer klatschen gegen die Scheiben und wir hoffen noch vor Ausbruch des Unwetters wieder sicher zu landen.

Kaum steht der Heli öffnet der Himmel auch schon seine Schleusen und wir schaffen den Weg zum Tower nicht einmal mehr trocken. Nun folgen in verdächtig kurzen Abständen viele weiteren Helis „Husch, husch ins Körbchen“ hieß es da wahrscheinlich von der Flugsicherung.



29.07. Strecke: Grand Canyon – Desert View Drive- Tuba City – Navajo National Momunent ca. 233 km

Von atemberaubenden Ausblicken, Indianern und Regenbögen

Auf dem Scenic Drive entlang des Grand Canyon Randes geht es Richtung Monument Valley.

Gigantische Aussichten und heute sogar bei recht sonnigem Wetter bietet zuerst der „Grandview Point“ und dann der „Desert View Point“ imposante Blicke auf den Grand Canyon.

Wir fahren stundenlang durch rote Steppe und das Wetter hält sich einigermaßen. Mittlerweile wissen wir aber- dort wo die Wolken ganz schwarz sind- ist unser nächstes Ziel am Horizont. Das täuscht auch heute nicht. Wir kommen am Visitor Center des Navajo National Monument an, tragen uns für den Hike am nächsten Morgen um 1o.oo h ein und erfragen den Weg zum Campground.

Der ist kostenlos – verfügt aber außer einem Plumpsklo nur über eine grandiose Aussicht und kleine Mitbewohner wie Skorpione und allerlei anderes Getier. Dort angekommen geht das Gewitter erst richtig los- von allen Seiten hallen die Donner durch die Schlucht und die exponierte Lage unseres Stellplatzes direkt auf einem Plateau macht die Sache auch nicht besser. Die Stimmung sinkt langsam gegen Null – mit nonstop Regen hatte eigentlich keiner im Sonnenstaat gerechnet.


Da das vor Tagen eingekaufte Fleisch auch nicht besser wird und wir am Grand Canyon gar nicht Grillen konnten muss heute Abend gegrillt werden- aber wie?

Nachdem wir das schlimmste Unwetter hinter uns haben trauen wir uns raus und improvisieren – mal sehen wie lange das gut geht.

Und der Regengott hat mit uns ein Einsehen- es regnet den ganzen Abend nicht mehr auch wenn sich die schwarzen Wolken nur so um uns rum auftürmen. Wir grillen und sitzen danach noch lange draußen. Später sehen wir sogar noch ein paar Sterne und es entbrennt eine heiße Diskussion um den „großen Wagen“.

30.o7. Strecke: Navajo National Monument- Monument Valley ca. 90 km

Von Pueblos, Indianern und einer großen Abendshow


Sensationell- es hat nicht geregnet heute Nacht.

Wir treffen uns um 1o.oo h mit unserem Indianer-Guide am Visitor Center.

Achtung „no smoking and no guns“ auf den restrooms….

Unsere Rangerin fährt mit uns bis zu einem kleinen Parkplatz. Dann beginnt unser 4-stündiger Hike zum Betatakin-Pueblo.

Zuerst erzählt sie viel über Pflanzen entlang des Weges dann geht es bergab in den Canyon. Der Weg ist sehr steil und steinig und es graut uns ein bisschen vor dem Rückweg. Gott sei Dank ziehen auch schon wieder dunkle Wolken auf und es donnert bereits……Dann kommen wir um eine Biegung und vor uns liegt, in einer riesigen offenen Höhle das Betatakin Pueblo. Hier wohnten im 14. Jahrhundert um die 500 Indianer und bauten sich ihre Häuser aus Ziegeln in die Felsen. Warum die Behausung bereits nach gut 50 Jahren wieder verlassen wurde ist allerdings bis heute nicht geklärt. Wir dürfen sogar zwischen den Pueblos klettern und sind ganz ergriffen von dieser besonderen Atmosphäre und der alten Behausung. Die Rangerin zeigt uns alte Höhlenmalereien und erklärt ein bisschen was vom Alltagsleben seinerzeit.

Auf dem Rückweg beginnt es zu regnen und zu gewittern aber die paar Tröpfchen die runterkommen sind eher eine Abkühlung als ein Nachteil.

Der Aufstieg ist ziemlich anstrengend und jeder geht sein eigenes Tempo. Gegen 2 sind wir alle ziemlich erledigt wieder oben. Auf geht´s Richtung Kayenta.

Gott sei Dank ist der Gouldings Campground bereits voll und wir müssen weiter direkt ins Monument Valley.

Ein paar hundert Meter neben dem modernen „The View“ Hotel gibt es einen aufgeschütteten Schotterplatz mit ein paar Picknick-Tischen – das ist der Campground.


Endlich unsere Wagenburg ! Rund um einen überdachten Picknicktisch mit einfach gigantischer Aussicht wird sie errichtet.

Allerdings dauert es fast eine geschlagene Stunde bis die Camper so ausgerichtet sind dass es allen Hauptverantwortlichen genehm ist.

Wir werfen mal wieder den Grill an und genießen dieses faszinierende Panorama. Große Abendshow „Thunder and Lightening“ .

Zu vorgerückter Stunde versuchen sich einige in der „Blitz- Photographie“ was manchmal recht gut gelinkt. Die Kids sind völlig beeindruckt – besser als Kino!


31.o7. Monument Valley

Von jungen Cowboys, alten Cowgirls und dem schönsten Schotterparkplatz der Welt

Schon das Frühstück im Schatten der Felsen ist ein echtes Highlight.

Zwei von uns erkunden im nahgelegenen Reitstall unsere Reitmöglichkeiten – es soll $ 80 p.P. kosten...wir diskutieren noch ob wir uns das gönnen sollen.

Aber der indianische Besitzer des Reitstalls ist ziemlich kurznervig, schwingt sich ohne Sattel auf den Rücken eines Indianerponys und kommt in unsere Wagenburg. Nun wird verhandelt und schließlich bekommen wir den 2 Stunden-Ritt für den Preis des 1-Stunden Rittes – ca. $60,- pro Person.


Damen und Kids sind Feuer und Flamme und können es kaum erwarten dass es los geht.

Mit indianischer Gelassenheit dauert es bis alle 10 Pferde gesattelt sind. Ein Fohlen läuft durch die Gegend und die Kids wollen natürlich unbedingt wissen wie es heißt. Der Indianer erklärt es hätte noch keinen Namen – den müsste es sich erst verdienen. Dann stellt er uns unsere Ponys mit Namen vor und einer unserer Jungs bekommt „ Devil“ worauf er ein bisschen bleich wird – nein war nur ein Spaß sagt der Indianer (hahaha…).

Es geht im Schritt, immer schön hintereinander, langsam auf einem Pfad hinab ins Monument Valley.

Das Fohlen begleitet uns und trottet so mit in der Reihe – manchmal möchte es auch zwischendurch fressen, dann müssen halt alle hintendran stehen bleiben bis das Fohlen wieder weiterläuft. Nicht lange und die ersten Stimmen melden sich „ Können wir nicht mal ein bisschen schneller?“ „Meiner tut es nicht !“ „ Guckt mal ich kann sogar lenken – wenn ich hier ziehe geht es nach rechts!“

Nach einer kurzen Rast am Fuße der 3 Sisters wird die Forderung nach „schneller“ immer lauter – sind ja alles mittlerweile eingefleischte Cowboys hier auf den Pferden! Auf dem Rückweg werden die Pferde dann von alleine schneller (schließlich geht es Richtung Stall) und wir traben und galoppieren sogar ein kurzes Stück in einem ausgetrockneten Flussbett. Am Stall angekommen steigen waschechte „John Waynes“ ab – total cool gehen sie mit ihren Ponys um und sind absolut begeistert!


Eine Jeeptour mit diesen offenen Touri-Geländewagen lehnen alle aus Überzeugung völlig ab und so gammeln wir ein bisschen in unserer Wagenburg und genießen einfach das Monument Valley.

Am späten Nachmittag machen wir uns zu unserem gestern reservierten „Goldings Campground“ auf und besonders die Kids sind ganz heiß auf den Indoorpool. Leider liegt der Campground landschaftlich nicht besonders toll – umgeben von steilen Felswänden – aber er ist dafür sehr komfortabel – full hook up auf jeden Fall. Wir Mädels kümmern uns um die Wäscheberge, es wird ausgiebig geduscht, rasiert und Körperpflege betrieben.

Vom Indoor-Pool sind die Pänz nach 20 Minuten mit dicken Augen wieder da- total voll und total gechlort.

Es ist ziemlich warm und windstill in diesem „Canyon-Campground“ und wir lassen nachts alle die (ziemlich laute und kalte ) Klimaanlage im Camper laufen – schließlich haben wir heute seit Malibu das erste Mal wieder Strom.

John Wayne hat hier im Goldings Hotel tatsächlich ne eigene Suite gehabt- weil er hier dauernd Western gedreht hat….und im Souvenir Shop gibt es allen möglichen Kitsch dazu….

Fazit: Die einfachsten Campgrounds sind die allerschönsten.


01.08. Strecke: Monument Valley-Page/Lake Powell- Glen Canyon– Bryce

Vom großen Regen, einem Badevergnügen und satten grünen Wiesen


Seit 5 Uhr morgens schüttet es wie aus Kübeln. Die noch auf der Wäscheleine gebliebenen Kleidungsstücke werden fluchend in Plastiktüten gepackt und eine Familie hat es besonders schlimm erwischt – sie hatten ihre Schuhe vor der Tür stehen gelassen. Frühstück im Camper…

Wir sind patschnaß bis endlich alles abgebaut und verstaut ist. Monument Valley im strömenden Regen – es ist einfach zum heulen!


Die Straße nach Kayenta zurück ist an zwei Stellen total überflutet und wir trauen uns nur durch die Fluten weil ein entgegenkommendes Fahrzeug das auch tut. Jetzt wissen wir auch was die Schilder „ Attention – spring fluds“ überall zu bedeuten haben. Was gestern noch ausgetrocknete Flussbetten waren sind heute ausgewachsene Bäche, kleine Rinnsale sind zu reißenden Flüssen geworden- alles in dieser rötlichen Lehmfarbe.

Überall schießt das Wasser von den Felswänden und wir sind gar nicht gut drauf. Der Himmel ist total verhangen und es regnet immer mal wieder- eigentlich brauchen wir weder Routenplanung noch Navi – immer in die dickste Regenfront am Horizont – das ist unser Weg.

Wirklich trostlos heute morgen – zurück zum Betatakin und dann rechts Richtung Lake Powell. Die Strecke ist bei schönem Wetter sicher der Hit…In Page angekommen hört es wenigstens zu regnen auf und wir füllen im hiesigen Supermarkt unsere Vorräte auf.

Da es zumindest nicht mehr regnet entschließen wir uns zu einem kurzen Badestop am Lake Powell. Kurzer Stopp am Glen Canyon Staudamm ( der den Lake Powell begrenzt) und zum Baden in den Glen Canyon Nationalpark hinein. Die Sonne zeigt sich zum ersten Mal .Die Landschaft wird freundlicher, dieser hellblau, grünlich schimmernde See inmitten dieser kargen Felslandschaften hat schon was!


Das Wasser hat mindestens 29 – 30 Grad und wir stürzen uns in die Fluten. Es gibt ein ziemlich ausgelassenes Badehappening an dessen Ende – mittlerweile sogar mit ganz passablem Wetter- wir wild diskutieren ob wir doch hier bleiben oder weiter bis zum Bryce Canyon fahren sollen….

Gegen 4 Uhr fahren wir dann doch weiter –die Landschaft ändert sich nun schlagartig- zuerst fahren wir durch wilde Gesteinslandschaften, dann erhebt sich rechts der Straße der Escalante Staircase NP.

Wir tanken in Kanab wo in den letzten Tagen sintflutartige Regenfälle nieder gegangen sein müssen denn der rote Schlamm liegt noch überall an den Straßenrändern.

Die Landschaft wird immer alpiner, wir fahren in die Berge- liebliche saftig grüne Wiesen mit Kühen darauf, weiße Holzzäune mit gepflegten Holzhäusern in kleinen idyllischen Dörfchen, Pferde hinter Gattern und der Dorf-Sheriff kontrolliert in jedem Weiler den durchfahrenden Verkehr. Unsere kleine Farm – live und in Farbe.

Wir biegen zum Bryce Canyon ab und erneut ändert sich die Landschaft schlagartig- rote Felsformationen türmen sich rechts und links der Straße, garniert mit saftig grünen Kiefernwäldern – es ist ein Traum!

Es ist fast dunkel als wir gegen 9 h abends im Ruby ´s Inn am Bryce Canyon ankommen -es wird hier in den Bergen richtig schattig nachts und wir schlafen ausgezeichnet.

o2.o8. Bryce Canyon Nationalpark

Von staubigen Männern und frustrierten Frauen


Heute morgen werden verschiedene Trupps zusammengestellt um die notwenigen Infos zu erkunden ( Reiten, Quad fahren..) . Irgendwann kommen sie mit den Super-News zurück, ca. 2 km weiter gibt es einen Quadverleih (an sich noch nichts besonderes – hatten wir ja erwartet) aber hier dürfen die Kinder ab 14 Jahren schon fahren und Jüngere je nach Größe. Die Kids wähnen sich im 7. Himmel – sie dürfen Quad fahren!

Passende Helme werden ausgesucht, die Sonnenbrillen parat gelegt (man sieht sonst nichts mehr wg. Matsch..) die Quads werden auf zwei Anhänger geladen ,die Leute in einen Van verfrachtet und ab geht die Post.

Die reiferen weiblichen Jahrgänge möchten lieber noch einmal Reiten gehen. Unser Chauffeur bringt uns zur Bryce Lodge- leider vergebens- wir wären an der 12. Stelle der Warteliste für den Ride in den Canyon – also zurück zu Ruby´s Inn und dort gebucht.

Die Reit-Nummer stellt sich dann als totale Touri-Nummer heraus - wir reiten wirklich nur im Schritt mit 25 Leuten stundenlang durch tristen Kiefernwald und dürfen dann für 5 Minuten einen Blick in den Bryce Canyon werfen – dann geht es schon wieder- mit Donnergrollen und leichtem Regen versteht sich – zurück durch stundenlangen langweiligen Kiefernwald…. ne ganz tolle Nummer.

Zurück am Ruby´s Inn sind auch die anderen schon wieder da- mit gelbem Sand verkrustet und dreckig wie die Schweine geht ihnen das Grinsen für diesen Tag gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Die Tour war wohl der Hit. Männer wie Kids sind völlig begeistert und erzählen von wilden Fahrten durch Flussbetten, über Schotterpisten und Waldwege.

Abends kommen sogar noch die Sterne raus und man kann mal so richtig toll „Star-Gazing“ sogar mit Sternschnuppen.



03.08. Strecke: Bryce Canyon- Lake Mead ca. 430 km

Vom Paradies in die Hölle

Schweren Herzens heißt es Abschied nehmen von dieser wunderbaren Gegend. Morgens um 8 machen wir uns also schon auf und fahren direkt zum Bryce Canyon – das Wetter ist super.

Der Bryce ist eigentlich recht klein aber die Aussichten sind wirklich spektakulär. Wir gehen bis zum „Sunrise-Point“ und können uns gar nicht satt sehen an diesem Canyon – wie Zuckerbäcker­-Naschwerk oder der getröpfelte Sand am Meer sehen die vielen Stein-Zinnen aus die sich hier erheben ( was wäre es schön gewesen hier zu reiten…. ). Das Farbspiel so früh am morgen ist wirklich überwältigend.

Aber wir müssen zurück in die Hitze der Wüste.

Der erste Teil der Fahrt ist wieder umwerfend- satte grüne Wiesen und Wälder, dann folgt ein riesiger Birkenwald auf einem alten schwarzen Lava-Feld und wir machen einen kurzen Stopp mit Blick auf einen wunderschönen See. Dann geht es leider hinab aus den Bergen. Die wirklich kleine schmale Landstraße schlängelt sich durch hohe Felsformationen und quert die nördlichen Ausläufer des Zion-Nationalpark.

Dann verlassen wir die Bergregion und die Temperatur nimmt schlagartig zu – es wird heißer, die Landschaft karger und bald fühlen wir uns zurückversetzt an den Anfang unserer Reise vor fast 3 Wochen.

Wir fahren in Glendale vom Highway 15 ab – unser Navi hat uns auch gewarnt- als wir vom Highway abfahren meint es, es wären noch 3 Stunden (für 50 Meilen ?- sicherlich falsch !.) Doch das Navi hat leider recht- die Straße wird gerade erst gebaut, es folgen zahlreiche Ampelschaltungen, ungeteerte Abschnitte, Schotter, Einbahn-Verkehr und Baustellen – durch völlig unbesiedeltes Gebiet – klar haben wir auch schon wieder 45 C. und der Lake Mead ist nur ab und zu mal aus der Ferne zu erahnen.

Die Landschaft ist schon spektakulär – Death Valley würde ich sagen.


Nach vielen Stunden Fahrt kommen wir dann endlich nachmittags gegen 5 an unserem Campground an – außer uns gibt es hier keine Camper … ist bei 45 C. auch kein Wunder….

Ein paar ganz Unerschrockene machen sich zu Fuß auf zum See, total vermummt mit Handtüchern, Hut etc. zum Schutz vor der sengend heißen Sonne.

Das Wasser des Lake Mead ist noch wärmer als im Lake Powell aber recht dreckig und schlammig.

Wir anderen fangen an zu packen und die Lebensmittel auszusortieren. Doch hier sind leider keine anderen Camper denen man unsere übrigen Lebensmittel vermachen könnte.

Abends gegen 7 trauen wir uns dann erstmals aus dem Camper und es hat immer noch über 40 C. – keinerlei Abkühlung oder ein Hauch von Wind in Sicht. Jede Familie kocht mit den verbleibenden Resten – es gibt Nudeln und Kartoffeln und Nudeln und Nudeln…. Und das restliche Bier.

Jemand spendiert seine Eiswürfel-Packung – herrlich, man kann die Eiswürfel auf die Haut reiben – hält allerdings nur für Minuten – ist aber eine grandiose Abkühlung und Erfrischung.


Mangels Kerzen können wir noch einen phantastischen Sternenhimmel sehen - am Horizont erhellt Vegas aber bereits den Horizont.

Die Klimaanlagen laufen diese Nacht auf Hochtouren.

O4.o8. Strecke : Boulder Beach /Lake Mead – Las Vegas ca. 40 km

Vom ersten Abschied, eigenen Badezimmern und viel Nationalstolz

Ein letztes Mal ist frühes Aufstehen angesagt. Wir fahren Richtung Hoover Dam und müssen erst einmal anhalten – Aussteigen - Durchsuchung!

Wegen Bauarbeiten ist leider der Parkplatz gesperrt und wir können nur auf der Lake Mead Seite parken und den Damm anschauen – von dieser Seite sieht er nicht so spektakulär aus.

Wir fahren weiter und unser Navi sagt wir bräuchten nun 2 Std. bis Vegas- also umdrehen – gleiches Prozedere wie eben – alle aussteigen und Durchsuchung!

Kurz nach 10 sind wir dann zurück bei Moturis/Best RV – und alle ganz wehmütig…. die allgemeine Kontrolle und Abgabe fällt ziemlich lässig aus – fehlendes Geschirr und Besteck wird überhaupt nicht berechnet und wir werden persönlich zum Hotel Bellagio gebracht.


Einchecken im Bellagio. So entspannt wie wir nun sind entfaltet Las Vegas doch tatsächlich einen etwas anderen Charme und wir sind alle einhellig der Meinung – man muss es doch einfach mal gesehen haben!

Das Bellagio – welch Luxus – wir checken ein und gehen erst mal kurz auf die Zimmer „Mama! Maaama ! Du musst Dir mal das Bad angucken!“

Die Dusche ist heute aber auch besonders sauber – wir genießen dieses luxuriöse Ambiente der Waschräume doch sehr nach 17 Tagen Camping-Urlaub!

Um 2 treffen wir uns zum großen Bummel durch Vegas. Zuerst geht es ins Caesars Palace – es ist immer noch so heiß aber irgendwie viel entspannter und besser auszuhalten- der angebliche „Trevi-Brunnen“ entlockt uns nur ein müdes Lächeln. Zu Andrea Bocelli & Sarah Brightmans „Time to say goodbye“ treffen wir uns vor der Hotelhalle zur ersten großen Wassershow, Klos im Hals.

Wir gehen stilvoll im Planet Hollywood essen. Das Essen ist ausgezeichnet und das ganze Restaurant mit Film -Utensilien der Besitzer (Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger & Sylvester Stallone) ausgestattet. Gegen ½ 12 treten wir totmüde den Heimweg an. Pünktlich um 12 h sind wir dann am Bellagio und schauen uns die letzte Wassershow um Mitternacht an.

Und ganz amerikanisch beginnt sie musikalisch unterlegt mit der Nationalhymne. Gänsehaut-Feeling – zum Abschluss unserer Tour noch einmal die volle Dröhnung amerikanischen Nationalstolzes! Was für eine Show! Die Fontainen schießen in den Himmel, die Amis singen alle mit- ein umwerfendes letztes Highlight.


o5.o8. Vom Abschied

Ausschlafen – in diesem herrlichen Bad ausgiebig Körperpflege betreiben , die Koffer neu sortieren und packen. Gegen ½ 1 treffen wir uns dann mit Sack und Pack in der Hotellobby und nehmen den Shuttle zum Flughafen .

Kids sind völlig fasziniert von einem „I-Pod“ Automaten für Last-Minute Wünsche in der Abflughalle. Rückflug mit Condor nach Frankfurt

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