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  • Antje Moecke

Kreuzfahrt im Arabischen Golf

Aktualisiert: 11. Juli 2019

10.02.2013 Dubai

Noch etwas benommen steigen wir am frühen Morgen in Dubai aus dem Flieger. Heute Morgen empfängt mich Dubai mit herrlichen 25 Grad, blauem Himmel und einem sanften Lüftchen. Alles richtig gemacht im Februar, denke ich.

Also meine erste Kreuzfahrt! Und wenn ich ehrlich bin hat mich in erster Linie das Ziel – der Arabische Golf gereizt. Ohne ständiges Kofferpacken, stundenlange Busfahrten, Flügen und allem was halt so zu einer Rundreise dazugehört auf der man viel sehen will.

Sicherheitscheck wie am Flughafen beim Betreten des „Check-in“ Zeltes in Dubai am Hafen. Doch es geht recht schnell und wir erhalten unseren „Bordausweis“ mit Foto und Kabinennummer drauf – ohne den geht nichts in den nächsten 7 Tagen. Dafür sind wir unseren Reisepass los, ein eher ungewöhnliches Gefühl.

Unsere Kabine ist erst am Nachmittag bezugsbereit und so werden jetzt erst einmal die im Handgepäck verstauten Sommer-Sachen angezogen. Schon besser. Dann zum verspäteten Frühstück aufs Achterdeck und mit Blick auf die Skyline von Dubai lerne ich die anderen Reiseteilnehmer unserer Gruppe kennen.

Die Mein Schiff 2 legt erst morgen früh ab und die Skyline von Dubai, die da am Horizont noch ein wenig im Dunst verschwimmt zieht mich magisch an. „Wer kommt mit ? “ eine kurze Frage in die Runde und schon haben sich zwei andere Wissensdurstige gefunden und wir beschließen mit dem Taxi in die Stadt zu fahren.

Vor der Mein Schiff 2 steht eine lange Reihe Taxen die nur darauf warten neugierige Passagiere wie uns zu fahren. Unser erstes Ziel heißt Dubai – Mall. Diesen berühmten Konsumtempel muss ich doch mal von innen sehen.

Schon die Fahrt in die Stadt ist ein Erlebnis wie von einem anderen Stern – Stadt der Zukunft – Stadt der Superlative- auf dem Reißbrett entworfen und einfach in den Himmel gebaut - unzählige Wolkenkratzer schieben sich in den blauen Wüstenhimmel, mit verspiegelten Fassaden und den eigenwilligsten Bauvariationen. 6-spurige Schnellstraßen durchziehen diese Häuserschluchten, alles ist geleckt und geputzt und sauber – wie gerade entworfen. Vor 30 Jahren standen hier noch Beduinen-Zelte im Sand - sonst nichts – unvorstellbar.


Der Fahrer lässt uns an der Dubai-Mall raus und wir betreten fast ein wenig ehrfürchtig diese heiligen Einkaufshallen.

Gucci, Rolex, Bulgari, Chopard… alle haben sich hier eingerichtet und geben ihr Bestes. Doch nicht ganz unsere Preisklasse. Wir Provinzler reiben uns die Augen und wandeln etwas entrückt durch die ein und andere Etage.

Durch die riesigen Scheiben des Dubai-Aquariums können wir hunderte von Fischen beobachten, kleine, bunt schillernde Schwärme und große Haie, Rochen, Muränen und Muscheln – einfach alles da. Fress-Tempel aller Geschmacksrichtungen, ein „Candy-Shop“ der seinesgleichen auf der Welt sucht, Kosmetik, Parfum, Dessous, irgendwann brummt uns der Kopf.

Im Supermarkt im Kellergeschoss ( westlich und sehr gut sortiert) erstehen wir frischen Obstsalat und etwas zu trinken und suchen ein Plätzchen für eine kleine Mittagspause.

Wir verlassen die Mall auf der entgegengesetzten Seite und stehen völlig unvermittelt direkt vor dem Burj Khalifa- dem höchsten Gebäude der Welt. Die Spitze dieses Turms verschwimmt in 829 Metern beinahe im Dunst. Einfach atem-beraubend. Wir hocken auf einer Bank, genießen die Wasserspiele zu Füßen des Burj Khalifa und das kosmopolitische Treiben um uns herum. Da posieren Brautpaare vor dem Burj, Gruppen von Scheichs mit ihren langen weißen Gewändern durchstreifen die Gegend und Touristen aus aller Herren Länder legen den Kopf zurück und begaffen mit offenem Mund dieses 8. Weltwunder.

Anderer Planet, 22. Jahrhundert, irgendwie nicht unsere gute alte Erde, bin ein wenig sprachlos muss ich gestehen.

Der Prunk, der Luxus, Hightech, Kunst – an alles haben sie gedacht als sie das hier geplant haben. Sensationell was alles möglich ist wenn Geld keine Rolle spielt.

Wir wollen das Meer sehen. Also machen wir uns auf, wollen mit der modernen Hochbahn bis zum Burj al Arab fahren und dort dem Arabischen Meer unseren ersten Besuch abstatten.

Doch der Fußweg zur Hochbahn entpuppt sich schon als etwas länger. Geschätzte 3 Kilometer laufen wir durch klimatisierte Gänge, vorbei an riesigen Baustellen, auf Förderbändern werden wir weitertransportiert bis endlich am Horizont ein futuristischer, goldglänzender Kuppelbau auftaucht. Hier also kann es los gehen. Der Kauf der Fahrkarten ist zwar eine kleine Herausforderung, doch wir meistern sie mit Bravour.

Aber irgendwie haben wir die Entfernungen in Dubai etwas unterschätzt und als wir nach 20 Minuten Fahrt an der richtigen Haltestelle aussteigen sind es noch eine halbe Stunde strammer Fußmarsch bis zum Burj al Arab und dem Meer. Etwas müde und enttäuscht treten wir den Rückzug an. Auf der Rückfahrt wird unser männlicher Begleiter dann sanft aber bestimmt aufgefordert sofort das Abteil zu verlassen. Wir waren in einen „Woman only“ Waggon gestiegen. Sollte man wissen…

Zurück auf der Mein Schiff 2 können wir unsere Kabinen beziehen. Sehr schick und eher ein ausgewachsenes Hotelzimmer als eine Kabine auf einem Kreuzfahrtschiff. Stehe etwas versonnen und von den ersten Dubai-Eindrücken erschlagen auf meinem eigenen Balkon als direkt vor mir die MS Deutschland einläuft. Oh wie aufregend !

Unser erstes Abendessen findet im zweigeschossigen Restaurant „ Atlantik“ statt und ich bin beeindruckt wie wenig man merkt dass das Atlantik an die 1000 Plätze haben soll. Der Service ist gut und schnell und das Essen, was am Platz serviert wird, ist vorzüglich. Muss wohl meine Vorbehalte, die ich zugegebenermaßen vor diesen großen Schiffen hatte, etwas revidieren.

Todmüde fallen wir nach einem Absacker an der Außenalster- Bar in der lauen Sommernacht in unsere Kojen.

Die Cocktail-Karte ist fast schon ein wenig zu lang – All-inclusive hat wirklich schon Vorteile. Egal ob einem nach einem guten deutschen Bier, einen italienischen Wein oder einen der vielen Cocktails der Sinn steht – alles inclusive!

Und für die ganz Unersättlichen gibt es schließlich in der „Cliff 24 Bar“ auf dem Pooldeck 24 Stunden am Tag etwas zu essen und zu trinken – von der Currywurst mit Pommes bis zum Steak-Burger auf dem Heimweg von der Disco.


11.o2. Dubai - Muscat

Zum Frühstück haben wir uns im Buffett-Restaurant Anckelmannsplatz verabredet. Es gibt alles was das Herz begehrt und in einem 4-Sterne –Hotel üblich ist, von Omeletts über Obstbuffets bis zum Lachs mit Sekt ist hier alles zu haben.

Um 1o.oo h legen wir ab Richtung Muscat /Oman.

Dazu versammeln sich alle Passagiere auf den Decks und unter den Klängen von „Freiheit“ vom Grafen werden die Leinen losgemacht und die Mein Schiff 2 löst sich träge vom Kai und dreht an der MS Deutschland vorbei ab, Kurs hohe See.

Es folgt eine ausführliche Schiffsbesichtigung und ich bin beeindruckt wie viele verschiedene Bars und Restaurants, Sportmöglichkeiten und Rückzugsmöglichkeiten so ein Schiff bietet. Vom Putting-Green für die Golfer über Tischtennis, Volleyball, ein ausgezeichnetes Fitnesscenter mit den neuesten Geräten, Wellness und großzügiger Saunabereich, Disco, Kinderbereich bis hin zum Kreativ-Atelier bietet dieses Schiff für Seetage tatsächlich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Von den vielen Möglichkeiten sich einfach in einen Liegestuhl oder eine Hängematte in die Sonne zu legen einmal ganz abgesehen.

Suche mir für den Nachmittag ein herrlich ruhiges Plätzchen auf dem Saunadeck und genieße einfach die Sonne. Wer es gerne etwas turbulenter mag findet sich am Pooldeck ein, dort ist jede Menge los.

In der Dämmerung laufen wir in Muscat ein und der überdimensionale Weihrauch-Kelch an der Hafeneinfahrt ist bereits hell erleuchtet. Die ganze Landschaft ist in dieser Dämmerstunde in ein tiefes Blau getaucht, am Horizont zeichnen sich die dunklen Umrisse des nahen Hajar-Gebirges ab und ein wenig fühle ich mich wie ein alter Seefahrer der nach langer Überfahrt in fremden Gestaden an Land geht – und keine Ahnung hat was ihn erwartet.


12.o3. Muscat / Oman

Direkt nach dem Frühstück geht es los. Der Bus wartet schon auf uns – den Oman entdecken – nun ja, was man halt so an einem kurzen Tag entdecken kann.

In meiner Vorstellung herrscht im Oman noch tiefstes Mittelalter, der personifizierte Orient sozusagen. Doch irgendwie habe ich die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen. Hier in Muscat gibt es gut asphaltierte 3-spurige Autobahnen, Hochhäuser, ein neues Opernhaus und natürlich die größte Moschee im ganzen Oman die mehr als 20.000 Gläubige fasst und auch unser erstes Ziel ist.


Achtung – Kleidervorschrift ! Arme und Schultern bedeckt, Knöchel verborgen entweder mit Hose oder langem Rock, Kopftuch. Sonst kommt man in das Gelände der Moschee nicht hinein. Also wird im Rucksack gekramt und die Utensilien hervorgezerrt, wir verschleiern uns und passieren nach einigen strengen Blicken der Wächter den Eingang zur Großen Moschee von Muscat. Die Sonne scheint vom wolkenlosen , tiefblauen Himmel und die Moschee ist aus weißem Marmor – ohne Sonnenbrille sieht man also gar nichts! Ehrfürchtig besichtigen wir, nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben und in einem Schuhregal geparkt haben (unbedingt merken wo !), den Gebetsraum der Männer (groß, prunkvoll) und den der Frauen (kleiner, nicht so prunkvoll) und die vielen Säulengänge und Innenhöfe.

Danach besuchen wir den Fischmarkt in Barkha.

Da ist endlich der Oman der mir so im Kopf herumschwirrt.

Ein Dörfchen wie aus dem Mittelalter. Am Strand laufen gerade die Fischerboote ein. Manche Fischer sehen zwar eher wie die See-Piraten aus Somalia aus aber einmal an Land wollen sie nur auf dem örtlichen Fischmarkt ihren heutigen Fang verkaufen.


Das geht folgendermaßen: Der Fischer wirft, wenn er an der Reihe ist, seinen Fang auf ein gekacheltes Podest und starrt nun flehentlich auf den Auktionator der alle Fäden ab jetzt in der Hand hält und über den Tagesausgang und die Tageseinnahmen der jeweiligen Mannschaft entscheidet.

Der schaut mit einem einzigen prüfenden Blick auf das was da vor seinen Füßen liegt und eröffnet die Auktion mit einem Gebot. Eine ganze Menge weiser alter Männer die um ihn herumsitzen kommentieren wahlweise wohlwollend oder mit zweifelndem Blick das Gebot. Die Händler und Käufer auf der anderen Seite des Podestes feilschen jetzt lautstark um den besten Preis. Ist dieser erzielt wird dem Auktionator bezahlt und das Geld wandert in einen zweifelhaften Aktenkoffer zu seinen Füßen. Wie und wann dann die Fischer bezahlt werden bleibt uns unklar.

Direkt hinter der Auktion ist die Markthalle und hier werden dann die Fische ausgenommen, zerlegt und weiter verkauft. Dank der offenen Bauweise ist das nasentechnisch aber ganz gut zu ertragen.

Neben der Fischhalle befinden sich die Stände der Obst- und Gemüsebauern, es wird Tierfutter verkauft und alles was der Omani so zum Leben braucht. Ein Ort wie aus tausendundeiner Nacht! Für mein Leben gerne wäre ich hier länger geblieben und hätte diesem Treiben zugesehen – manchmal hasse ich organisierte Busausflüge.

Weiter geht es Richtung Hajar- Gebirge welchem wir nun immer näher kommen. Schroff, karg und mit beachtlicher Höhe erhebt es sich aus der Ebene. Zu seinen Füßen in der Oasenstadt Nakhl liegt die mittelalterliche Festung aus dem 9.Jahrhundert -unser nächstes Ziel.

Wie im Bilderbuch erhebt sich die Festung auf einem natürlichen Hügel, umgeben von einem saftig grünen Dattel-Palmenwald vor dem Gebirge.


Danach stehen die heißen Quellen von Nakhl auf unserem Programm. Das scheint auch ein lohnendes Ziel der Einheimischen zu sein, überall am Flussufer wird in Großfamilien gepicknickt und die Kinder haben einen Heidenspaß von einer Mauer in das warme Wasser zu springen.

Nun ist der Omani auch eher praktisch veranlagt und während unsere Reiseleiterin uns noch erklärt dass in diesem Fluß die Kangalfische leben ( die in teuren Wellness-Salons hierzulande den Damen und Herren die Hornhaut von den Füßen fressen) wäscht direkt nebenan ein stolzer Omani seinen Benz am Flussufer – fließend warmes Wasser zum Autoputzen- was will Mann mehr…..

Zurück in Muscat geht es auf Shopping-Tour in den großen Bazar direkt unten am Hafen. Um die Orientierung in diesen engen, unübersichtlichen und weihrauchgeschwängerten Gassen nicht zu verlieren merken wir uns einzelne Weggabelungen und starten unsere Erkundungstour. Und natürlich gibt es hier Weihrauch und auch Muskat zu kaufen…

Um 17.oo h müssen wir alle wieder an Bord sein denn wir legen wenig später wieder ab - Richtung Abu Dhabi.

Den Oman würde ich gerne einmal ausführlicher bereisen – er kommt auf meine ewige Wunschliste.



13.o2. Seetag - Abu Dhabi

Nach einem Vormittag voller Schulungen und Informationen über TUI-Cruises dürfen wir am Nachmittag an einem der vielen Bordprogramme teilnehmen. Wahlweise gibt es einen Fotokurs, eine Weinverkostung, eine Steak- oder eine Sushi-Verkostung, Malkurs, Cocktail-Mixen oder, oder ...

Wir laufen während des Abendessens in Abu Dhabi ein. Schnell zu Ende essen denn wir wollen mit dem roten Doppeldeckerbus „Hop on-hop off“ noch die abendliche Lichterfahrt durch Abu Dhabi machen.


Nach dem etwas ursprünglicheren Oman finden wir uns heute Abend wieder in einer neuen Stadt der Zukunft wieder. Wolkenkratzer soweit das Auge reicht, prunkvoll angestrahlt und in Szene gesetzt, 6-spurige Schnellstraßen, sauber gefegte Promenaden, Shopping-Malls und dann diese größte aller Moscheen in den Arabischen Emiraten- die Große Moschee von Abu Dhabi. Nächtlich derart mit Licht in Szene gesetzt dass es uns einmal mehr die Sprache verschlägt.

Völlig vom Wind zerzaust ( klar mussten wir oben auf dem 2.Deck in der frischen Luft sitzen) und etwas durchgefroren sind wir nach 2 Stunden wieder zurück am Schiff. Jetzt wissen wir aber auf jeden Fall welche Highlights wir uns morgen anschauen müssen.

14.o2. Abu Dhabi

Im Anblick der Skyline von Abu Dhabi, die kaum weniger spektakulär ist als die von Dubai, frühstücken wir wieder bei herrlichem Wetter auf unserem Lieblingsdeck der Außenalster Bar.

Danach startet unsere zweite Erkundungstor von Abu Dhabi. Wieder nehmen wir den Hop-on Hop-off Bus und fahren parallel zum Meer die „Corniche“ entlang, das ist die Hauptpromenade von Abu Dhabi. Die „Corniche“ heißt so nach ihrem großen Vorbild der „Corniche“ von Monte Carlo und eifert ihr in ihrem Prunk und ihrer Vornehmheit durchaus nach.

Wir verlassen den Bus und wollen einen Teil der Corniche zu Fuß erkunden. Erst einmal einen Abstecher an einen der öffentlichen Strände. Wir suchen uns extra einen „Familien-Strand“ aus, denn es gibt auch „Männer- “ und „Frauen“ Strände. Der Sand ist herrlich fein, das Wasser türkisblau und angenehm warm, der Strand fast menschenleer und im Hintergrund erheben sich diese Betonhochburgen. Habe noch nie einen Strand mit solch einer Kulisse gesehen.

Wir laufen bestimmt eine Stunde entlang der Corniche immer Richtung Emirates Palace, welches sich wie ein Märchenschloss im Hintergrund erhebt.

Das Emirates Palace , eigentlich ein Hotel ,wurde vom Schah persönlich in Auftrag gegeben und dient auch zur standesgemäßen Beherbergung seiner Staatsgäste. Den Namen Palace hat es sich wahrlich verdient. Es ist ein echter Palast, groß, prunkvoll und hier ist tatsächlich alles Gold was glänzt. Sogar als gemeiner Tourist darf man einen Blick in die heiligen Hallen werfen und staunend in der Hotelhalle den Blick in die vergoldete Kuppel werfen. Mein Ding ist das Emirates Palace von innen allerdings nicht, zu groß, zu unübersichtlich, von der Atmosphäre eine Spur zu nüchtern und zu protzig.



Unser nächstes Ziel ist die Sheikh Zayed-Moschee, oder einfach die Große Moschee wie sie hier genannt wird. Sie ist die drittgrößte Moschee der Welt und erst im Jahr 2007 fertig gestellt worden.

Schon als ich sie aus weiter Entfernung das erste Mal erblicke beschleicht mich ein ähnlich beeindruckendes Gefühl wie beim Besuch des Petersdoms in Rom. Diese großen Gotteshäuser strahlen eine unglaubliche Erhabenheit und Würde aus der ich mich kaum entziehen kann. Ein Traum aus weißem Marmor der größtenteils tatsächlich aus Italien importiert wurde und magere 715 Millionen $-Dollar gekostet haben soll.

Das mit dem „Verkleiden“ haben wir ja nun schon drauf, Schleier raus, Wickelrock und langärmelige Bluse an und los geht es. Nach dem Vorraum findet man sich auf einem Innenhof aus weißem Marmor wieder den schon mehrere tausend Gläubige füllen können. Der eigentliche Innenraum (Schuhe aus !) ist komplett mit einem blumengewebten Seidenteppich ausgelegt (dem größten handgeknüpften Teppich der Welt) und die vielen übergroßen Kristall-Lüster von Swarovski (tatsächlich importiert aus Deutschland ) machen sprachlos. Schon sehr ehrfüchtig durchschreiten wir diesen riesigen Innenraum und können seine Größe kaum einschätzen- der Teppich alleine ist schon 5627 qm groß.

Ich glaube ich möchte es nicht erleben wenn hier bis zu 4o.ooo Gläubige gleichzeitig beten.


Der Schah von Abu Dhabi hat es gerne wenn die Autos in seiner Stadt schön sauber und neu sind. Und so sehen wir tatsächlich in ganz Abu Dhabi kein einziges dreckiges Auto oder eines mit älteren Baujahr. Auffällig sind die vielen großen SUV´s die hier die Straßen bevölkern; und hinter jeden zweiten Lenkrad sitzt ein Scheich in seinem traditionellen weißen Gewand mit Kopfbedeckung und Handy in der Hand. Ein sehr ungewöhnlicher Anblick wie ich finde.

Abu Dhabi ist das deutlich reichere Emirat als Dubai und hat lange nicht so schlimm unter der Wirtschaftskrise der letzten Jahre gelitten. Nicht umsonst hat der Scheich von Abu Dhabi die Fertigstellung des höchsten Gebäude der Welt, des Burj Khalifa in Dubai, am Ende finanziert und damit den Dubaiern aus der Patsche geholfen. Zum Dank erhielt das Gebäude dann auch den Namen des Scheichs von Abu Dhabi- Chalifa bin Zayed Al Nahyan.

Und nun rüstet sich Abu Dhabi, es der, eigentlich kleineren Schwester, Dubai, nachzumachen. Nein eher möchte Abu Dhabi Dubai noch übertrumpfen. Hier werden ganze neue Stadtteile in Rekordzeit gebaut, eine ganze Insel neu gestaltet und überall entstehen Luxushotels, Resorts, Golfplätze, ganze Geschäftsviertel und Shopping-Zentren. Wer das alles füllen soll bleibt abzuwarten.



Kurz nachdem wir zurück am Schiff sind legen wir auch schon wieder ab.

Es wird ein wenig stürmisch und ich verspüre ein kleines Unbehagen wenn ich die Höhe der Wellen und die Schaumkronen sehe die sich da auf offener See zeigen.

Es werden zwar zwei Außendecks wegen Sturm geschlossen aber mehr als ein leichtes Schwanken unter den Füßen ist an Bord nicht zu spüren.

Heute Abend habe ich mich zur Saunanacht angemeldet.

Wie gut dass ich keinen Wein vorher getrunken habe, das leichte Schwanken des Schiffs geht also nicht auf meine Kappe. An der Sauna-Nacht dürfen nur max. 20 Personen teilnehmen und man muss sich vorher anmelden.

Mit einem Salzpeeling, einer Honigpackung, zwei höllisch heißen Saunagängen , einer Eisabreibung in der Sauna, leckeren Frucht-Cocktails, kleinen Leckereien und einer Vorlesegeschichte vergeht der Abend wie im Flug.

Wir sind auf dem Weg nach Bahrain. Und kurz vor dem Schlafen gehen sehe ich am Horizont eine riesige Ölplattform mitten im Meer auf der Öl abgefackelt wird. Der Schein der riesigen Flamme ist nachts kilometerweit zu sehen.

Allerdings erfolgt im Laufe des Abends noch eine Durchsage des Kapitäns der uns mitteilt dass die derzeitige politische Lage in Bahrain etwas beunruhigend ist und wir noch nicht wissen ob wir am morgigen Tag unsere Ausflüge wie geplant in Bahrain durchführen können. Es kommt seit längerem in Bahrain immer wieder zu gewalttätigen Demonstrationen und da morgen Freitag ist ( also der islamische Feiertag an dem gerne nach dem obligatorischen Moschee-Besuch ein wenig demonstriert und randaliert wird) werde man mit dem Auswärtigen Amt im Kontakt bleiben und morgen früh erst spontan entscheiden.

Vertage also ebenfalls dieses Problem auf morgen- was bleibt uns anderes ? Und einer Gefahr aussetzen wollen wir uns alle ja nun wirklich nicht.

15.02. Bahrain

Im Laufe der Nacht hat sich der stürmische Wind etwas gelegt und ich habe einmal wieder hervorragend geschlafen.

Beim Frühstück schallt schon unser Kapitän wieder aus den Bordlautsprechern. Die Lage in Bahrain sei nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes ruhig und es sei, wenn überhaupt erst am späten Nachmittag mit weiteren Auseinandersetzungen und Demonstrationen zu rechnen. Unserem gebuchten Landausflug steht also nichts mehr im Wege !


Während des Frühstücks legen wir auch schon in Bahrain an und unsere Verblüffung ist ziemlich groß als wir direkt neben einem amerikanischen U-Boot unsere Leinen festmachen. Wie war das noch mit der Geheimhaltung… ?

„Bahrain zwischen Vergangenheit und Zukunft“ heißt unser Ausflug den wir gebucht haben.

Zuerst geht es durch Manama, die Hauptstadt Bahrains und auch hier sprießen die Hochhäuser und an allen Ecken und Enden wird fleißig gebaut. Aber Manama ist eine gewachsene Stadt und der oberflächliche Eindruck vermittelt schon dass es hier nicht allen Einwohnern so gut geht wie in Dubai und Abu Dhabi. Das ist wohl auch der Grund des seit Jahren schwelenden Konflikts innerhalb der dortigen Bevölkerung. Die reichen Nachbarn leben in Saus und Braus und in Bahrain versickern die Einnahmen aus dem Ölgeschäft eher in den Händen der Herrscherfamilie.

Das U-Boot neben unserer Mein Schiff 2 liegt öfters da, denn wir erfahren dass in Bahrain die gesamte amerikanische Golf-Flotte vor Anker liegt und einen eigenen Hafenbereich hat – ob sie da wohl keinen Platz mehr für ihr U-Boot hatten ?

Unser erster Stopp führt uns ins Nationalmuseum und wir haben wirklich Glück mit unserer Reiseleiterin. Bei unserem Museumsrundgang erzählt sie sehr anschaulich und detailliert über die Geschichte und die Bevölkerung des Landes.


Kaum einer wusste dass Bahrain durch seine Perlentaucher Anfang des letzten Jahrhunderts zu großem Reichtum gelangte und erst die Einführung der gezüchteten Perlen in Japan dem Boom ein jähes Ende bescherte.

Wir erfahren dass Bahrain zu Zeiten der alten Ägypter einen paradiesischen Ruf genoss da hier auf dieser Insel vor der saudiarabischen Küste durch eine geologische Verwerfung ein Teil des Süßwassers der Arabischen Halbinsel wieder an die Oberfläche gelangt. Dadurch ist die Insel grün und fruchtbar während im Umkreis von vielen hundert Kilometer auf dem Festland nur Wüsten vorherrschen. Für die Karawanen-Straßen in der Antike ein wahrlich paradiesischer Rastplatz und heute unter dem Begriff Dilmun-Kultur bekannt.

Unser nächster Programmpunkt führt uns auch genau in diese Vergangenheit -eine Ausgrabungsstätte, deren Ruinen so alt sind wie die ägyptischen Pyramiden rund um das Bahrain-Fort. Man datiert sie auf ca. 2500 v.Christus. Hier soll sich die sagenumwogene Stadt Dilmun befinden, die älteste Siedlung im ganzen Orient.

Heute liegt sie am Rande der Metropole Manama im Schatten der letzten Hochhäuser und vielleicht macht gerade dieses Zusammenspiel aus Vergangenheit und Zukunft viel dieser Atmosphäre aus. Direkt hinter diesen Ausgrabungsstätten befindet sich das alte Bahrain Fort. Es wurde im 14. Jahrhundert von den Portugiesen errichtet, ist in einem bemerkenswert guten Zustand und immerhin auch ein UNESCO Weltkulturerbe.

Nach diesem Exkurs in die Vergangenheit Bahrains geht es jetzt in die Zukunft.

Wir besichtigen die Formel 1 Rennstrecke und mancher Mann aus unserer Reisegruppe nähert sich dem Höhepunkt des heutigen Tages.

Wir dürfen sogar auf den 9-stöckigen Sakhir-Tower, der während der Renntage ausschließlich der Herrscher-Familie vorbehalten ist. Man genießt von hier oben einen uneingeschränkten Blick auf die gesamte Rennstrecke die in einer Rekordzeit von 2 Jahren hier mitten in den Wüstensand gebaut wurde.

Danach geht es zur Haupttribüne und wir dürfen im Rennzentrum sogar das Kontrollzentrum besichtigen, Pressezentrum inclusive.


Am frühen Nachmittag sind wir wieder auf der Mein Schiff 2 und es heißt erneut Leinen los.

Abends dürfen wir im schicken „Surf & Turf“ Steak-Restaurant dinieren und die Steaks die dort serviert werden sind allemal den kleinen Aufpreis wert den man normalerweise dafür an Bord bezahlen muss. Ich wusste gar nicht dass es so viele verschiedene Salzsorten gibt mit denen man doch sehr unterschiedliche Geschmacksnuancen auf sein Steak zaubern kann. Da gibt es ein Räuchersalz, ein grobkörniges Meersalz aus dem Toten Meer, ein rosa Salz aus Nepal oder ein hellbraunes feines und sehr intensives Salz aus den Anden. Und alle schmecken sie völlig unterschiedlich !


16.o2. Dubai

Zum Frühstück laufen wir wieder pünktlich in unserem Heimathafen Dubai ein und sind erneut von der sich bietenden Skyline sehr beeindruckt.

Nach dem Frühstück geht es auch schon los – Dubai Teil 2.

Dieses Mal allerdings haben wir uns für einen organisierten Ausflug entschieden da wir nur über diesen noch eine Eintrittskarte für den Burj Khalifa ergattern konnten. Und auf diesen Turm muss ich unbedingt hinauf und die Welt von oben bestaunen! Wenn man auf den Burj Khalifa hinauf möchte sollte man dies entweder bereits im Vorfeld übers Internet mit genauer Angabe des Datums und Uhrzeit reservieren – kostet ca. $ 25,- . Wenn man sich kurzfristig entscheidet spontan hinaufzufahren kostet das, wenn überhaupt möglich ca. $ 80,- . An unserem Besuchstag gab es gar keine Chance mehr - muss man wissen. Oder man bucht eben einen organisierten Ausflug.


Unsere Tour startet mit dem obligatorischen Stopp am Burj al Arab, jenem legendären 6-Sterne Hotel das wie ein Segel ins Arabische Meer ragt. Da es arabisches Wochenende ist findet am Strand das „Dubai Water Bike Championship“ statt – sehr spannend und es ist der Teufel los.

Zu gerne hätte ich meinen Körper wenigstens ein einziges Mal in die Fluten des Arabischen Meers geworfen – doch leider – keine Zeit. Die Fahrt geht weiter – direkt auf „The Palm“ – die erste künstliche Insel die in Form einer großen Palme in den Indischen Ozean gebaut wurde. Wir machen einen kurzen Fotostopp am weltberühmten Atlantis-Hotel. Doch auch hier reicht die Zeit nicht für eine Besichtigung. ( Schon aus beruflichen Gründen wäre das mehr als interessant gewesen ).

Der Blick auf den Stadtteil „Dubai Marina“ verschlägt uns wieder einmal den Atem und erinnert uns ein wenig an die Corniche von Abu Dhabi- Puderzucker-Strände und kristallklares Wasser im Schatten dieser gigantischen Hochhäuser. Unser Weg ist gesäumt von unzähligen Großbaustellen und unsere Reiseleiterin erzählt uns dass kaum ein Monat hier vergeht ohne dass ein neues Hochhaus einweiht wird. Überhaupt erzählt sie uns unglaublich viel vom Leben in Dubai, von Familientraditionen, von ihrem Blick auf den Rest der Welt. Dass die Dubaiis unglaublich stolz sind und sich unbändig freuen über ihre Eisbahn, ihre Skihalle, ihre künstlichen Inseln und ihr höchstes Gebäude der Welt.

Sie zeigt uns „Woman-only-Taxis“ , erklärt uns dass die Schwiegermutter in einer Familie das Familienoberhaupt ist und die Frauen, trotz Schleier , mittlerweile sehr emanzipiert sind. Das werden wir später noch persönlich erleben.


Jetzt steht aber das Highlight unserer Tour an, die Fahrt auf den Burj Khalifa. Pünktlich zur angegebenen Zeit ( sonst verfällt das Ticket ) finden wir uns in der Dubai Mall ein wo sich der Eingang zum Burj Khalifa befindet. Zuerst einmal heißt es Schlange stehen und es dauert eine ganze Weile bis wir mit dem Aufzug in den 124. Stock fahren dürfen wo sich die oberste Besucherplattform befindet. Die Fahrt geht unglaublich schnell und als wir oben angekommen aus dem Lift steigen bietet sich uns eine Perspektive wie beim Landeanflug aus einem Flugzeug. Straßen, Menschen,Häuser , alles ist unglaublich klein – und wir sind nicht einmal ganz oben!

Wir verbringen viel Zeit auf der Plattform und haben, dank recht klarem Wetters auch eine ausgezeichnete Weitsicht.

Man kann am Horizont das Burj al Arab sehen und die Konturen der „Welt“ die als Inseln ebenfalls in den Arabischen Golf gebaut wurden – aufgrund der Wirtschaftskrise aber bis heute nicht bebaut sind.

Wieder unten angelangt verabschieden wir uns von der Gruppe und wollen noch ein wenig bummeln und „chillen“ wie man heute so sagt –also rumsitzen und die Leute beobachten und einfach die Atmosphäre der Dubai Mall im Schatten des Burj Khalifa genießen.

Wir sehen arabische Familienväter die mit ihren weißen langen Gewändern Kinderwagen schieben, Highheels unter den langen schwarzen Frauen-Tschadors hervorblitzen, diese Damen auch in Dessous-Läden ( na,na,na ), diese Damen in eleganten Luxus-Karossen am Steuer und müssen wohl unsere althergebrachten Vorstellungen vom Leben in Arabien langsam über Bord werfen.

Beeindruckend ist auch, dass in Dubai nur 2 % der Bevölkerung echte Dubaiis sind, der Rest sind Geschäftsleute und Arbeiter aus 168 anderen Nationen. Und diesen 2 % echten Dubaiis gehört nahezu alles was wir hier so sehen – kein Wunder also wenn es diesen gut geht und der Scheich seinen wenigen Untertanen gegenüber recht großzügig sein kann.

Nach der großen „Wassershow“ am Fuße des Burj Khalifa am frühen Abend finden wir wieder zurück zur Mein Schiff 2 wo wir noch einen letzten netten Abend an Bord verbringen bevor es morgen in aller Frühe schon leider wieder zurück ins kalte Deutschland geht.


Fazit: Wir haben unglaublich viel gesehen und erlebt auf dieser einwöchigen Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 2 ( heute 2019 die Mein Schiff HERZ) im Persischen Golf. Es fehlten vielen Stunden in Bus und Flugzeug um von einem Ort zum nächsten zu gelangen, Kofferpacken, Wartezeiten und jede Nacht in einem anderen Bett schlafen.

Stattdessen haben wir diese vielen Stunden erholsam und relaxt an Bord eines wirklich guten Schiffs verbracht, haben das Meer gerochen, in der Sonne gelegen und fein diniert.

Sind jeden Tag in einem anderen Land gewesen, haben die unterschiedlichsten Kulturen kennengelernt und trotzdem genug Zeit gehabt für ein ausgedehntes Frühstück ohne Zeitdruck, stilvolle Abendessen und die ein oder andere Stunde im Liegestuhl oder der Hängematte in der Sonne.

Tolle Tour, tolle Städte und ein wirklich tolles Schiff !



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